13 April 2005 - 12:21 -- Arbrandir

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Verzweifelte Hausfrauen

Meine Nachbarinnen sehen anders aus...


Desperate Housewives, die lt. Promotion "neue-noch-nie-dagewesene-Sex and the City-aber-sowas-von-in-den-Schatten-stellende" Sitcom auf Pro 7.

Fazit nach Kostprobenanalyse: Diese ach so "neue" Serie ist genauso hohl wie Sex & the City. Frauen, die solcherart Medienrepräsentation für "befreiend" halten, müssen wirklich arg arm dran sein, und Männer, die solcherart präsentierte Frauen für erstens real und zweitens auch noch für begehrenswert halten, müssen dringend erwachsen werden und mal Frauen im echten Leben begegnen.

Kurzzusammenfassung samt Kommentar:
Ein Kreis gutaussehender Weiber (ab und zu aufgelockert um den typischen "Freak", d.h. eine weibliche Figur, die nicht a) figur- und frisurmäßig "gestreamlined" und/oder b) älter als 50 und/oder lesbisch und/oder c) selbstständig denkend ist) beschließt, daß ihre bisherigen Göttergatten oder die, die es werden wollten, den ganzen Aufwand nicht wirklich wert sind und begeben sich auf Erkundungstour. Die eine stirbt praktischerweise gleich zu Beginn und kann dann als abgehobene und originelle voice-over-Kommentatorin der diversen Umtriebe ihrer Nachbarschaft dienen.

(Wow. Nie dagewesen. Zumindest nicht seit fünf Jahrzehnten, als Joe Gillis' Wasserleiche in Sunset Boulevard eine ähnliche Rolle erfüllte, und das weitaus origineller.)

Es folgen vereinzelte gelungene "schwarze" Momente (die perfekte Ehefrau serviert ihrem hochgradig zwiebelallergischen Göttergatten, der ihr soeben verkündet hat, er wolle sich scheiden lassen, einen unauffällig mit Zwiebeln gespickten Salat -- es bleibt offen, ob absichtlich oder nicht) und ganz, ganz viele Sendeminuten, in denen die Desperate Housewives all ihre Energie, Zeit und Rundungen darauf verwenden, sich mit jugendlichen Lovern zu vergnügen (hach wie frivol!!) oder dem neuzugezogenen, gestandenen, muskelschwellenden Klempnerjunggesellen schöne Aufläufe und Augen zu machen.

Ooooooooooooh - wie .... ja, wie was? Sexy? Aufgeklärt? Verrucht? Innovativ?

Es ist nichts von all dem. Weiterhin wird das Vorstadtidyll und der suburbian nightmare der 50er Jahre gepflegt, welche von Frauen verlangen, ihre wahre Erfüllung nur, ausschließlich und bedingungslos in der Verbindung zu einem Mann zu finden. Eigentlich spielt es keine Rolle, ob sie alleinstehend sind, ihren derzeitigen Partner betrügen, sich die Scheidung herbeisehnen oder versuchen, das Eheidyll aufrechtzuerhalten .... definiert werden diese Frauen einzig und allein über ihre Beziehung zu Männern.

Blah.

Dagewesen, müde, unerheblich und entbehrlich.


Ehe ich's vergesse -- es gibt da auch noch eine endgestreßte multiple Mutter multipler Kinder, deren Auftrittshöhepunkt darin besteht, schwach gegen ihren gerade heimgekehrten und über sie herfallenden Gatten zu protestieren: "Ich habe überall Pfirsichmusflecken -- und Du solltest ein Kondom benutzen!"

Tröstlicherweise haut sie ihm eine 'rein, als er fröhlich postuliert: "Riskieren wir es!!"


Nicht wirklich Friede, nicht wirklich Freude, und wenn Eierkuchen, dann nur mit ganz ganz viel männlichem Frischfleisch.


Zum Abhaken.