05 Mai 2005 - 18:27 -- Wetterhexe

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London

Ähm ja, London soll angeblich rot sein. Siehe weiter untern im Blog.


Keine Ahnung, wie oft ich jetzt schon in London war, aber in den letzten 12 Jahren sicher acht bis zehn Mal. Mindestens. Das erste Mal muss 1993 gewesen sein, ein Jahr vorm Abi. Studienfahrt. Der erste Flug meines Lebens und dann noch ins Land meines einen Lks (sozusagen). Sprachlich fit fühlten wir uns alle, schließlich hatten wir ja seit einigen Jahren den allerbesten Englischlehrer gehabt, einen echten Londoner. Cockney war uns also nicht unbekannt – wir fühlten uns gewappnet. Später sollte sich herausstellen, dass einige wenige wirklich sprachlich keine Probleme hatten (von den ersten paar Stunden mal abgesehen). *ggg*
Ja, London. Schon von oben, im Anflug absolut bombastisch. Ich kann wenig zu anderen Städten von oben sagen, weil ich die entweder mit dem Zug anfuhr oder auf einem Billigfliegerflughafen außerhalb der Stadt landete. Aber London beginnt schon bei Heathrow. Das war mein erster Eindruck, durch die Wolkendecke hindurch- und er hat sich bis heute nicht geändert. Einmal hatte ich das Glück, in eine Luftwarteschleife zu kommen- der absolut witzige Pilot machte mit uns eine sightseeing tour by plane. Er konnte ja nicht wirklich tief fliegen, aber erklärt hat er uns alles.

Jetzt war es so, dass ich neulich (ich glaube, es war im März) beim Zugfahren im mobil las und dort auf den Artikel des Berliner Fotografen und Autors Gregor Mayntz stieß, der in Städten auf Farbensuche geht. Schon seit ein paar Jahren tut er dies- und ihm fiel auf, dass NYC gelb, Paris blau, Berlin grün und London eben rot ist.


Das freut mich sehr, denn Rot ist eine tolle Farbe: Blut, Leben, Dynamik, Liebe, Feuer. Ich finde, das passt zu London. Und ich habe einen Flash. Schrecklich. Sitze vor Fotoalben und sonstigen Erinnerungen und will nach London.

London hat die National Gallery. Aber nicht nur die. Ein Haufen anderer Museen wartet darauf, dass man sie entdeckt. Und das für mau. Ja, in der Stadt kann man umsonst und so oft, wie man will, in Museen. Besonders geschickt ist das, wenn es mal regnet. Wobei ich in London erst einmal Regen hatte. Ansonsten im Frühjahr und Sommer immer dieses angenehme Klima mit Wärme, ja schon fast Hitze, die sich aber durch die Themse gut aushalten lässt. Im Winter ist es ein wenig feucht und Schnee ist auch nicht wirklich Schnee. Dafür ist es wohl zu warm.
London hat absolut geniale asiatische fast food Ketten und verrückte, aber dennoch total normale Bewohner.


Es hat die Themse, den Greenwich Foot Tunnel, die Docklands, Temple, Victoria Station, supergenialviiiiiele Buchläden, das älteste U-Bahn-System der Welt (naja, in L. fuhr zumindest die erste), Theater ohne Ende, Pubs und Parks. Außerdem hat es den New Globe, das allerbeste Freilufttheater, in dem ich je war. Shakespeare's Stücke in einem Nachbau 'seines' Globe: Mit Stehplätzen unten und abartig steilen und engen Rängen. Von der Bühne aus oben rechts sitze ich am Liebsten. Schwindelige Begleiter taten dies nicht. Im Globe war ich bei den allgemeinen Proben, die dann zu einem Stegreif-Gedicht-Wettkampf ausuferten. Geil.
London hat den Trafalgar Square, der vor zwei Jahren als öffentliches Naherfrischungsgebiet zweckentfremdet wurde.


Es hat außerdem die City of London School ... for boys. Das war's dann wohl. Schade, weil an die würde ich gerne mal. Da fällt mir ein, dass in London auch Schülerkunstwerke in den staatlichen Galerien ausgestellt werden. DAS finde ich richtig klasse.