12 Mai 2005 - 21:57 -- Tyler

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XBox 360 und die Zukunft des PowerPC

[[image:xbox.jpg:So sieht sie aus, die neue XBox 360:
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Heute kommt auf MTV USA eine Werbesendung, präsentiert von Elijah Wood, für Microsofts XBox Nachfolger. Innerhalb 24 Stunden wird es auf den diversen MTV Sendern in Europa und Asien wiederholt, auf MTV Deutschland morgen um 19 Uhr. Ziemlich viel Hype dafür, dass sie erst im November auf den Markt kommt.

Und das ist drin:
Ein IBM PowerPC Chip, soviel ist sicher, denn Microsoft benutzt G5 PowerMacs als Game Development Kit. Laut Gerüchten mit 3,2 GHz getaktet und drei Kernen, jeder beherbergt eine AltiVec Einheit. Aber das wäre zu gut um war zu sein.

(Anmerkung Jan 2006: Die Show mit Frodo auf MTV war damals ziemlich lahm. Und heute, zwei Monate nach der Einführung, gibt es immer noch nur wenige Spiele für sie. Ich warte mal auf die Playstation. Den Beitrag weiterlesen sollte man übrigens nicht, ich hab mich ziemlich geirrt.)

Rückblick:
Am 8.Juni 2005 wird die x86 Architektur 27 Jahre alt. Ende der Siebziger hatte Intel den 8086 nur als Provisorium geplant, bevor sie den "richtigen", einen guten Prozessor herausbringen wollten. Dazu kam es nie, es wurde die Grundlage des PC. Apple, Atari und Amiga waren dagegen mit dem besseren Motorola weit voraus. Der häßliche PC setzte sich trotzdem durch.


Ein IBM-Mitarbeiter erzählte mir mal, sie hätten mit ihren Personal Computern nie Gewinn gemacht. Stattdessen gab es den Microchannel Flop und die OS/2 Depression, sie verloren die Kontrolle über das eigene Design, während Microsoft und Intel reich wurden und bequeme Monopolstellungen erlangten. Seit den späten 80ern dominiert Wintel den Markt.


1991 bildete Apple eine Allianz mit Motorola und IBM für eine gemeinsame neue Computerarchitektur. Der Grundgedanke war, dass ein modernes Design aufbauend auf RISC-Prozessoren das x86-Gurkendesign leistungsmäßig schnell überflügeln wird: der PowerPC. Intel war aber am Takthochdrehen besser als gedacht und an den bestehenden Verhältnissen änderte sich nichts.

Vor zwei Jahren gab es dann ein großes Hallo in der Branche. Es gab Gerüchte, Apple würde schlussendlich auf AMD Opteron Prozessoren wechseln, stattdessen zauberte IBM eine coole 64 Bit PPC für den Macintosh hervor. In der Folgezeit fuhr die ganze Industrie mit ihren Roadmaps mit ein paar Jahren Verspätung gegen die Wand. Die IA64-Architektur von Intel ist tot, der Pentium IV ein übertakteter Stromfresser, Taktsteigerungen wie in der Vergangenheit nicht mehr möglich. Man hofft Multikerne seien das nächste große Ding. Dumm nur, dass eigentlich kein normaler Anwender die Leistung mehr braucht. Außer zum Spielen.

Fast Forward:
Vor knapp zwei Wochen am 1.Mai wurde offiziell der Verkauf der PC-Sparte von IBM an die chinesische Levono abgeschlossen. Die meisten mögen hier desinteressiert mit den Schultern zucken, aber das ist ähnlich als würde Daimler, die Erfinder des Automobils, keine PKW mehr bauen. Stattdessen bauen sie gute Motoren.

Und Microsoft wechselt für die XBox zum PowerPC. Genauso wie Sony für ihre Playstation 3. Und diese neue Konsolengeneration wird leistungsstark genug für Web/Internet/Mail sein.

I sence a disturbance in the force...

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(Januar 2006: Microsoft wechselt auf die überlegene PowerPC Chips und nutzt Apple PowerMacs für die Entwicklung. Das war DIE Sensation letztes Jahr. Bis etwa Juni. Denn, oh ich Trottel, es kam dann doch alles ganz anders und genau andersrum.)