31 Mai 2005 - 10:00 -- Schalk

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Richard II

Richard spielt in Richard Zwo


Mich wundert, warum so viele etwas gegen spartanische Kulissen und Bühnenbilder haben. Ich habe eher beim Gegenteil ein Problem, ist die Bühne zu voll, verliert man den Überblick und die Staffage lenkt vom eigentlichen Geschehen ab. [Anm Tyler: Ketzer!]
Ich habe in Zürich eine interessante Aufführung von Richard II gesehen. Die Bühne war schwarz, der Boden bestand aus Gittern, im Hintergrund war eine ebenfalls schwarze Treppe und seitlich in der Mitte der Bühne stand ein einzelner roter Ledersessel, wie er in jedem Haus stehen könnte, der als Thron diente. Der Souffleur saß am Rand auf einem alten, einfachen Holzstuhl und las in seinem Buch.
Schlicht, reduziert, klar.

In Bewegung gebracht wurde dieses Bild nicht nur von den Schauspielern, sondern auch auch vom steten, unaufhörlichen Regen, der von der Decke prasselte, erst fein wie Nebel, bald stark und in großen Tropfen, erst Ende des 5. Akts versiegend.

Als Schauspieler muss das ziemlich unangenehm sein, fast 3 Stunden im Regen zu stehen, täglich. Mir als Zuschauer hat es gut gefallen - es baute Stimmung auf, eine Alternative zu pathetischem Violinengefidel im Hintergrund.

Noch ein Richard spielt in Richard 2 den Zwoten


Oper hat wirklich öfters den Hang zum Nerven, ich habe aber auch einmal eine Aufführung von "Die Liebe zu den drei Orangen" gesehen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich kann mich zwar kaum mehr an die Musik erinnern, doch der Rest war klasse: Ein dicker Prinz, vom Wahnsinn befallen, drei Orangen seien in Wahrheit wunderschöne Frauen, wird in einem Einkaufswagen über die Bühne geschoben, während er laut vor sich hin stöhnt. Mir war zu Beginn nicht wirklich klar was das ganze sollte, witzig war's trotzdem.