01 Juni 2005 - 16:18 -- Thanil, Nichtraucher

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Star Wars ist schwul

Und da glaubt man Animes und Mangas wären schräg...


Durch einen reinen Willensakt hätte Darth Vader sich, Padme und das ganze Universum retten können. Doch er wirft alles fort, weil er sich von Palpatine, dem großen Verführer, blenden läßt. Hat vielleicht auch was unterschwellig homoerotisches. Ich meine die Sith-Lords sind doch eigentlich Patriarchat pur. Erstens gibt es immer eine klare Hierarchie ("Übervater" und "Sohn"), und zweitens ist es eine Gewaltherrschaft ("väterliche Gewalt"). Zudem ist es doch das perfekte Schreckbild, das eine homophobe Gesellschaft von einer homosexuellen Beziehung zu zeichnen vermag. Zwei Männer, die als Paar agieren, das Böse par excellence, eine "Dunkle Bedrohung" für die auf klassischen Familienwerten basierende westliche Gesellschaft.

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Mal ehrlich, ist schon zemlich nerdig, das Ganze: Wenn jemand keine Ahnung von SW hätte, wäre der Film für ihn eine ziemlich befremdliche Weltraumoper mit vollkommen wirrem Gerede über Mächte und Kräfte und höchst albernen Blitzlichtduellen wie aus trashigen 80er-Jahre-Fantasystreifen, wenn die rauschebärtigen Zauberer ihre Kräfte messen. Es ist immer wieder dieses Auseinanderklaffen zwischen technischer Perfektion und erzählerischem Dilettantismus, der mich in den neuen Episoden verwirrt. Vieles ist so überwältigend opulent und hirnlähmend perfekt gemacht, dann aber gibt es wieder solche völlig ramschig anmutenden Sachen wie Leute, die sich mit Blitzen bewerfen und Vulkane, die fotogen eruptieren und das Ganze wird nur notdürftig von einer Riege etwas ratlos agierender Schauspieler zusammengehalten, die auf mich öfter mal den Eindruck machten, dass sie im Moment gerade lieber wo ganz anders wären. EP III ist wieder weniger ein Film geworden als eine weitere Leistungsschau der pixelverarbeitenden Industrie. Für Fans sicher ein ganz wichtiger Schlussstein des Opus', aber für den simplen Konsumenten kein Muss.