02 Juni 2005 - 16:20 -- Thuringwethil

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Zampa oder Die Marmorbraut

Ja, wer kennt sie nicht diese Piraten.


So, ich war gestern auch mal wieder im Theater und habe mir eine Oper angeschaut und zwar "Zampa oder Die Marmorbraut". Kurz zum Inhalt: Zampa ist ein Korsar, der vor einigen Jahren ein junges Mädchen sitzen gelassen hat (ich würde annehmen, dass sie nicht die einzige war, die von ihm sitzengelassen wurde), worauf sie aus Gram darüber starb. In dem Schloss, in dem sie lebte steht seither eine Marmorstatue von ihr.

Nun kehrt Zampa zurück und zwingt Camille, die eigentlich gerade jemand anderen (nämlich Zampas Bruder) heiraten will, zur Hochzeit mit ihm. Zampa scheint zu triumphieren und Alfonse (Camilles Geliebter) versteht die Welt nichtmehr.
Während Zampas Zeit im Schloss erwacht jedoch die Marmorstatue zu Leben und reißt ihn letztendlich mitsich in die Hölle.

Das Ganze war sehr unterhaltsam und kurzweilig. Der Regisseur hatte die Oper nämlich etwas abgewandelt und einen Erzähler hinzugefügt, dessen Texte er selbst geschrieben hatte und den er auch selbst verkörperte. In seine Erzählungen wurden die Darsteller immer mit einbezogen und außerdem wurde das gesamte Stück damit aufgelockert, denn durch die Texte erhielt es einen charmant komischen Anstrich.
Das Bühnenbild hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Der Aufbau stellte abwechselnd die Welt (mal mit Rosengarten, mal mit Schloss), das Meer (mal mit Schiff mit Segeln und Bug) oder die Hölle (in rotes Licht getaucht und Lavastrom im Hintergrund) dar. Abgesehen davon war mir das Stück schon gleich nach der Ouvertüre sympathisch, die Musik war nämlich sehr, sehr schön. Ich konnte nicht umhin und musste mit meinen Füßen mitwippen.

Ja, doch war sehr schön. Und überraschend. Wir hatten uns schon auf drei Stunden Weltuntergangsdramatik auf Französisch eingestellt und dann sowas nettes.