30 Juni 2005 - 17:31 -- Waldelb

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The Streets - Dry your eyes



Dry your eyes - The Streets (Porträt bei laut.de)

In one single moment your whole life can turn 'round
I stand there for a minute starin' straight into the ground
Lookin' to the left slightly, then lookin' back down
World feels like it's caved in - proper sorry frown

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Ich finde es klasse. Dieses Lied ist ziemlich traurig, mehr als irgendwelche schnulzigen Liebessongs, aber dennoch so ernüchternd einfach geschrieben. Ebenso wie die Musik ziemlich simpel ist, teilweise sogar schon entspannt glücklich klingend. Man erfährt nichts darüber wie das Herz des Protagonisten zerbricht, oder wie er ohne sie leiden muss, sondern bekommt schlicht die Situation vor Augen geführt, wie sie sich trennt. Das geht ziemlich ins Herz.

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Please let me show you where we could only just be, for us
I can change and I can grow or we could adjust
The wicked thing about us is we always have trust
We can even have an open relationship, if you must
I look at her she stares almost straight back at me
But her eyes glaze over like she's lookin' straight through me
Then her eyes must have closed for what seems an eternity
When they open up she's lookin' down at her feet

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Neben den wirklich entspannendem und schönen Rythmus gibt es einen weitern Grund warum ich mir das Lied besonders oft anhöre. Der Sänger singt/spricht alles in einem herrlichen britischen Akzent. Wenn er so seine Geschichte erzählt hört man das bei jeder Silbe. Ich glaube er kommt aus London, aber so ganz kann ich das nicht einordnen. Auch das trägt zu der privaten Atmosphäre bei: Er macht sich nicht die Mühe seine Sprache zu verstellen, oder aufzupassen wie er redet. Es klingt so anders als die amerikanischen (oder englischen oder deutschen) Sänger, mit ihren Liedern.
Auf jeden Fall finde ich den Akzent wundervoll, dass ich das Lied 10 mal hintereinander laufen lasse, nur um ihn weiter zu mir sprechen zu hören. Vielleicht habe ich nur etwas Sehnsucht nach diesem Akzent, aber er hört sich einfach klasse an. Dieses ganze Lied wird dadurch klasse.
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IDry your eyes mate
I know it's hard to take but her mind has been made up
There's plenty more fish in the sea
Dry your eyes mate
I know you want to make her see how much this pain hurts
But you've got to walk away now
It's over

So then I move my hand up from down by my side
It's shakin', my life is crashin' before my eyes
Turn the palm of my hand up to face the skies
Touch the bottom of her chin and let out a sigh
'Cause I can't imagine my life without you and me
There's things I can't imagine doin', things I can't imagine seein'
It weren't supposed to be easy, surely
Please, please, I beg you please
She brings her hands up towards where my hands rested
She wraps her fingers round mine with the softness she's blessed with
She peels away my fingers, looks at me and then gestures
By pushin' my hand away to my chest, from hers

Dry your eyes mate
I know it's hard to take but her mind has been made up
There's plenty more fish in the sea
Dry your eyes mate
I know you want to make her see how much this pain hurts
But you've got to walk away now
It's over

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Das einzige was ich noch nicht richtig einordnen kann ist die Rolle des Refrains. Er passt rein musikalisch ins Bild, aber welche Auswirkungen und welche Aufgabe hat er? Anfangs hat er mich ziemlich wütend gemacht. Wie der unverständige Freund, der einen nur bedauernd anschaut und fragt "Bist du etwa immer noch nicht über sie hinweg?". Ich hatte immer Lust im eins auf die Nuss zu geben, für seine blöden Sprüche. Auf der anderen Seite wirkt das hier beruhigend. Wie die Stimme die einen auf dem Boden hält, wenn man das Gefühl hat innerlich so leer zu sein, dass der nächste Windstoß einen unzweifelhaft wegtragen muss.
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And I'm just standin' there, I can't say a word
'Cause everythin's just gone
I've got nothin'
Absolutely nothin'

Tryin' to pull her close out of bare desperation
Put my arms around her tryin' to change what she's sayin'
Pull my head level with hers so she might engage in
Look into her eyes to make her listen again
I'm not gonna fuckin', just fuckin' leave it all now
'Cause you said it'd be forever and that was your vow
And you're gonna let our things simply crash and fall down
You're well out of order now, this is well out of town
She pulls away, my arms are tightly clamped round her waist
Gently pushes me back and she looks at me straight
Turns around so she's now got her back to my face
Takes one step forward, looks back, and then walks away

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Hier aus dem Text habe ich die Zeile "I'm not gonna fuckin', just fuckin' leave it all now" entnommen. Ein Satz, den der Sänger zu seiner Freundin sagt, die gerade im Begriff ist ihn zu verlassen.

Das hängt auch direkt mit einem weiteren Punkt zusammen, den ich beachtenswert finde: Die ständig wechselnden Perspektiven im Lied. Es gibt da den Sänger, er fängt an allgemein über Gefühle und Momente zu reden. Doch schlagartig befindet man sich dann in einem einseitigen Dialog mit seiner Freundin und hört zu, wie er sie überzeugen will ihn nicht zu verlassen. Ebenso plötzlich hört das Gespräch auf und er beschreibt die Situation und ihre Reaktionen. Diese unterschiedlichen Erzählweisen bringen einem das Geschehen näher, der Sänger (der eigentlich gar nicht singt, sondern den Text eher spricht - besonders die Dialoge) erzählt dem Zuhörer persönliche Details. Und dann ist da der wirklich gesungene Refrain, in dem die gute, allwissende Person kommt und Ratschläge gibt.
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Dry your eyes mate
I know it's hard to take but her mind has been made up
There's plenty more fish in the sea
Dry your eyes mate
I know you want to make her see how much this pain hurts
But you've got to walk away now
It's over

I know in the past I've found it hard to say
Tellin' you things, but not tellin' straight
But the more I pull on your hand and say
The more you pull away

Dry your eyes mate
I know it's hard to take but her mind has been made up
There's plenty more fish in the sea
Dry your eyes mate
I know you want to make her see how much this pain hurts
But you've got to walk away now.

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Ganz zum Schluss noch ein paar Worte zum Video. Das war der Grund, dass ich das Lied kennen gelernt habe. Es ist mir aufgefallen unter den vielen anderen, mit dieser einen Person und seinem Hund. Denn es ist wirklich nur eine Person, die im ganzen Video auftaucht. Man sieht ihn bei seinen Alltagssituationen, beim Einkaufen, im Waschsalon, Abends beim Fernseh schauen, ... und er ist stets allein. Soweit ich mich erinnern kann, taucht kein anderer Mensch im Video auf, aber ohne das es direkt auffällt. Es drückt nur so verdammt gut aus, wie einsam sich die singende Person fühlt. Niemand sonst spielt für ihn eine Rolle, er nimmt sie überhaupt nicht mehr war.
Es ist wirklich gut gemacht.