02 Juli 2005 - 09:01 -- Tyler

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Podcasting - Radio killed the Video Star


Schaut kompliziert aus, ist es aber nicht. Trotzdem war erst iTunes 4.9 die heiße Nadel in meinem Arm, die mir Podcasting spritzte.

Im Prinzip ist das nichts anderes als MP3 Dateien im Internet, man kann sie auch mit dem Browser aufstöbern und dann runterladen. Der besondere Kniff ist jetzt das publizieren der Audio-Dateien über RSS. In 2003 tauchten sie zuerst im Netz auf und 2004 hatte dann Adam Curry, ein ex-MTV Moderator, die Idee seinen Lieblingsaudioblog automatisiert auf seinen iPod zu laden und bastelte selbst mit AppleScript die Open-Source Software iPodder. Zitat von ihm "But it also really sucked, because I'm not a developer."
Die Zeit war trotzdem reif und über nacht war eine Community geboren. Und das Format verbreitete sich rasant, die BBC begann im Oktober damit zu experimentieren und letzten Dienstag erschien iTunes 4.9, womit ich nach langer Abschweifung wieder am Anfang bin.

Und womit Podcasting einen Riesenschritt Richtung Mainstream gemacht hat, auch wenn die deutsche Szene noch etwas heimelig und überschaubar ist (inzestuös und winzigklein klingt so negativ). Apple meldet nämlich über 1 Million Abonnierungen und viele Podcaster jubilieren über eine Vervielfachung ihrer Hörerschaft.

Wie es geht:
Entweder in iTunes den (deutschen) Music Store auswählen und dort auf Podcast klicken. Auf der rechten Seite findet man dann eine Liste der Top 10 die man einfach anklicken und abonnieren kann. Oder eine der diversen Podcasting Portale wie podster.de durchstöbern und die url per Hand einfügen.



In beiden Fällen wird man über "Schlaflos in München" stolpern von Annik "the voice" Rubens. Jeden Tag spricht sie 3-5 Minuten über alles Mögliche, ähnlich einer Kolumne, und wegen ihrer absolut hinreißenden Stimme hört man gerne dabei zu. In kurzer Zeit ist sie zu sowas wie einem Markenzeichen der Szene geworden. Manche werfen ihr zwar eine "Ich will doch nur spielen-Naivität" vor und mahnen ernstere Themen an, aber verdammt, mir gefällts. Denn die Themen ihrer Sendung sind meist banal, aber dafür immer charmant und kurzweilig präsentiert.

Ich werde den Hype um Podfunk im Allgemeinen und Frau Rubens im Speziellen mal weiterverfolgen, ihre weiteren Pläne klingen spannend:
"Ich denke, dass sich Podcasting aufspalten wird in Profis und Amateure, das zeichnet sich ja jetzt schon ab. "Schlaflos in München" wird in Zukunft auch mal Skype-Calls einbauen und mehr Soundseeing-Touren. Ansonsten bleibt es, wie es ist, und es bleibt kostenlos. Ich werde aber ziemlich sicher bald einen zweiten Podcast starten, der dann komplett anders ist. Mehr wird noch nicht verraten."