28 November 2005 - 17:26 -- Nichtraucher

Das Kinojahr 2005

Sin City


Jetzt wird abgerechnet...

War das Kinojahr wirklich so unterirdisch schlecht? Mmhh.. ich glaub, ich hab jetzt alle Filme zusammen, die ich 2005 im Kino sah oder recht zeitnah auf DVD. Ohne Garantie.

Totaler Reinfall:
Cabin fever - ein Film ohne Sinn und Verstand, der sich einfach nicht entscheiden konnte, was er sein will, Horror, Thriller oder Komödie. Völlig verschenkte Idee.


Enttäuschungen:
Ich glaub, das war in erster Linie Alexander. Oliver Stone, sehr viel Geld, ein tolles Thema, ein Wahnsinns-Trailer - und dann 3 1/2 Stunden Langeweile. Ich wusste danach nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Schade drum.

Vielleicht könnte auch Aviator hier reingehören, war auch weniger dahinter, als ich erwartet hatte. Wie schon bei "Gangs of New York" war eigentlich alls super, großes Kino, aber irgendwas fehlte, irgendwie haben mich beide Filme nicht mehr so angesprochen und mitgerissen wie Scorceses frühere Werke.

Bluthochzeit, da hätte man wirklich mehr draus machen können, schon allein mit den Darstellern, Ochsenknecht vs. Rohde! Verschenkt.

Collateral, da hab ich mich ja hier bereits lange drüber ausgelassen. War mir zu viel heiße Luft mit zu wenig dahinter.

Star Wars 3 - es wurde einfach nicht besser.. Bild


Kann man sich anschauen
House of flying daggers war der erwartete üppige Bilderrausch, aber viel mehr bleibt mir nicht in Erinnerung. Als Liebesdrama war es doch zu oberflächlich. Merke: nur weil ein Film nicht aus Hollywood kommt, muss er nicht niveauvoll sein.

Harry Potter 4 - die volle Ladung, eine glitzernde Wundertüte. Leider interessiert mich die Geschichte überhaupt nicht.

Million dollar baby, das Alterwerk des alten Raubeins war sehr professionell, aber so knarzig und konservativ inszeniert, dass ich beschloss, doch noch nicht so alt zu sein, um ihn richtig gut finden zu müssen.

Melinda und Melinda, der letzte Woody Allen, mal wieder eine eher seichte, altersmüde Angelegenheit. Da ich sowas erwartet hatte, war ich nicht enttäuscht, aber trauere doch etwas den Streifen aus seiner großen Zeit hinterher.

Mathilde, eine große Liebe - siehe "House of flying daggers".

Wie im Himmel - zuckriger Schwedenkitsch. Muss man sich halt nachher gründlich die Szene putzen. Mit einem Splatter zum Beispiel.

Millions - netter Familienfilm von Danny Boyle. Aber vielleicht sollte er doch bei Drogen- und Gewaltfilmen bleiben. Jeder wie er kann.

Broken Flowers - siehe "Melinda und Melinda" und ersetze Woody Allen durch Jim Jarmusch. Allerdings ist Bill Murray hier wirklich sehenswert (wann nicht?).

Robots - optisch grandios, unglaublich detailreich und liebevoll gestaltet, wenn die Story nur nicht so pfannkuchenflach und 100 000 Mal gesehen wäre Bild Ich glaube, hier haben sich bereits Drittklässler gelangweilt. Extrapunkt für Verwendung eines Tom-Waits-Songs. Man kann ja die Kids gar nicht früh genug an gute Musik heranführen.

Reine Chefsache - der Trailer war besser.


Schon besser
Das wandelnde Schloss - hat mich nicht so angesprochen wie "Chihiro", aber natürlich ein wunderbares Kinoerlebnis.

Dawn of the dead - sauberer Zombiesplatter, nichts auszusetzen soweit. Extrapunkt für Verwendung eines Johnny-Cash-Songs.

Lemony Snicket's A Series of unfortunate Events - interessanter Neuzugang im Kinderfilmsegment. Werde ich im Auge behalten.

My summer of love - klein, schön und irgendwie retro. So was brauch ich immer mal wieder zwischen den "großen" Filmen.

Per Anhalter durch die Galaxis - ich mochte ihn, shoot me.. Bild

Sin City - ich mochte ihn nicht, shoot me... fand ihn pubertär und großkotzig, aber der konsequente Stil und die Optik verdienen Respekt. Ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

Wächter der Nacht - so süß... man muss ihn einfach mögen... könnte Kult werden.

Meeresfrüchte - so süß... man muss ihn einfach mögen, wenn man französische Filme mag. Wenn nicht, wird man ihn hassen Bild

The descent - so süß... nein, nicht wirklich Bild


Ziemlich toll
Alles auf Zucker - wirklich schnoddrig-witzes Filmchen aus deutschen Landen, davon hätt ich gern mehr.

Team America - haha, lang nicht mehr so gelacht! Ich fand ihn großartig. BUMM. KAWUMMS. RATATATAT. Und alles mit Marionetten.. herrlich Bild

Wallace and Gromit IV - gewohnt höchstes Niveau. Hätte er etwas weniger oft an "Unter Schafen" erinnert, würde ich ihn richtig toll finden.

The corpses bride - ach Gott, so herzig...und die ganzen süßen kleine Skelette... :herzchen: war ein gutes Animationsjahr, scheint mir.


Meine Highlights:
Closer - ein schauspielerischer Leckerbissen. Habe lange nicht mehr so gute Leistungen gesehen. Andere Schauspieler werden diesen Film sehen und weinen.

Kontrol - ganz komisches kleines Filmchen aus Ungarn, das mich irgendwie sehr mitgerissen hat. Hab sogar von geträumt, das gibt Extrapunkte.

L'auberge espagnole II - eine Fortsetzung, die besser ist als der erste Teil, sowas gibt es also doch. Wunderbarer, halb leichtsinnig, halb erwachsener Film mit den schönsten Menschen Europas.


Und der Sieger heißt...

*trommelwirbel*

Garden State - Vielleicht nicht der wirklich beste Film, aber sowas als Erstlingswerk abzuliefern, das honoriere ich, da ist noch viel Potential vorhanden. Und damit bin ich auch gleich bei der Schauspielerin des Jahres. *tusch* Natalie Portman, gleich mit drei Filmen vertreten und mit zumindest zwei großartigen Leistungen. Man muss sie einfach gesehen haben, wie sie ihren Hamster begräbt oder Clive Owen buchstäblich auf der Nase rumtanzt... Apropos, ich glaube, ich küre Clive Owen zum Schauspieler des Jahres, allein für die Leistung, nach "King Arthur" so was wie "Closer" und "Sin City" abzuliefern. Diese mehrtausendprozentige Steigerung verdient meine Achtung Bild


Filme, die ich wahrscheinlich auf DVD nachholen werde:
Krieg der Welten
Charlie and the chocolade factory
Neverland
Flight plan
The grudge
Dark water


Sonst noch
Zur Zeit läuft noch Keine Lieder über Liebe, Stage beauty mit Claire Danes und History of violence, die mich interessieren könnten. Narnia werde ich wahrscheinlich anschauen und so lala finden und auf den neuen Woody Allen, Match point, bin ich sehr gespannt, alle Kritiken sprechen von einer Art Selbstneuerfindung des Meisters. Außerdem ist Scarlett Johannsen dabei. Sie hatte kein so gutes Jahr, finde ich, nach dem fulminanten Durchbruch mit "Lost in translation" haben mich weder "Die Insel" noch "A lovesong for Bobby Long" ins Kino gelockt, in "Reine Chefsache" blieb sie blass, ich hätte mehr erwartet. Sie war doch DAS "It-girl"...