30 November 2005 - 17:13 -- Morgoth

,

Laetitia Casta in Ludwigshafen

Leider nicht oben ohne...


So, ich lasse meinen gestrigen Theaterabend mal Revue passieren. Vorneweg: Das Stück, "Ondine", in den 40ern von Jean Giraudoux geschrieben, hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen.

arkGreen;">"Nach dem 2. Weltkrieg entsteht der erste analytische, zart-poetische Text aus einer Feder der Sieger: Jean Giraudoux beschreibt den blonden, deutschen Hans und die französische Nixe – kommen sie (wieder) zusammen? Was hat Ondine uns Europäern 2005, heute zu sagen?

Die Liebe zwischen dem Ritter Hans und der Nixe Undine endet tragisch: Hans findet in Undine das reine Ideal der Wahrheit und Liebe, doch das Naturwesen scheitert an den Konventionen der Gesellschaft, und Hans selbst zeigt sich den Ansprüchen des Ideals nicht gewachsen. Er wird des Absoluten, Vollkommenen überdrüssig, wendet sich wieder seiner früheren Geliebten Bertha zu und betrügt mit ihr Undine. So muss er, dem Pakt mit dem Wasserkönig zufolge, sterben, und Undine wird in ihr Element zurückgerufen.
Giraudoux‘ Liebe gehört seinen Märchengestalten, Träumerinnen einer besseren Welt."


Das Ganze kommt dabei auf der Bühne längst nicht so ernst und schicksalhaft rüber, wie die Zusammenfassung vermuten lässt. Im Gegenteil, man hat eher den Eindruck einer leichten Komödie, die Charakterzeichnung ist ziemlich flach, die Dialoge entweder mit eher lauen Witzen durchsetzt oder hölzern. Die Tanz-und Singszenen zu Beginn des Stücks lassen es fast schon operettenhaft wirken. Dass Giraudoux im letzten Viertel des Stücks plötzlich versucht, das Ruder herumzureißen und eine tragische, bewegende Geschichte zu erzählen, macht einen arg konstruierten und unglaubwürdigen Eindruck. Durch die lockere, heitere Atmosphäre der bisherigen Szenen kauft man diesen Umschwung weder der Handlung noch den Charakteren so recht ab. Noch dazu ist das Ende ziemlich einfallslos und unoriginell.
Dass der Abend trotzdem kein Reinfall war, liegt vor allem an der technischen und schauspielerischen Umsetzung. Das Ensemble hat klasse gespielt, kein Schauspieler ist mir negativ aufgefallen, jeder wirkt in seiner Rolle überzeugend und authentisch. Außerdem waren Bühnenbild, Musik und Beleuchtung gelungen und sehr atmosphärisch. Und auch ansonsten gab es noch etliche positive Aspekte am Stück:
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Die scharfe Meerjungfrau oben ohne Leider nicht oben ohne...

Klar, dass Casta qualitativ nicht so gut spielt wie die langjährigen Schauspielprofis des Ensembles. Aber dafür, dass sie keine Schauspielausbildung hat, hat sie ihre Rolle nicht schlecht gespielt, besonders in den fröhlicheren Szenen war sie voll in ihrem Element. Grundsätzlich würde ich sagen, dass Casta einiges Talent für die Schauspielerei hat. Ganz abgesehen davon, dass Laetitia Casta so ungefähr die attraktivste Frau sein dürfte, die jemals gelebt hat und den Großteil des Stückes äußerst spärlich bekleidet war, was einen doch nachsichtig gegen so ziemlich jedes Stück gemacht hätte. Leider nicht oben ohne...