07 Dezember 2005 - 12:55 -- Wetterhexe

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Was man macht, wenn man von einem Indianerpfeil getroffen wird


Man braucht erstmal einen Mitreisenden, wobei man das sicher auch alleine hinkriegt. Oder auch nicht, denn man braucht natuerlich auch Teufelswasser und zwar nicht zu wenig. Ein wirklich gutes Messer und eine Hand voll Schiesspulver. Ein Streichholz und einen Zigarillo oder aehnliches. Unerlaesslich ist ein Baumstamm oder aber doch mindestens ein Stein, nicht zu gross, nicht zu klein. Zum Anlehnen geeignet. Ein paar dreckige Lieder sollte man auch auf Lager haben, eines reicht auch, leiert sich aber eben schneller aus. ... Wobei man das ja eh nicht mehr mitkriegt, weil man ja verteufelt viel Wasser getrunken hat. Und natuerlich braucht's einen Pfeil. Nicht vergiftet, dann waere ja aller Aufwand umsonst. Aber einen, dessen Pfeilspitze im Fleisch stecken bleibt, nachdem er die Lederweste durchdrungen hat. Also hinten darf auf gar keinen Pfall, aeh Fall, der Pfeil rausschauen. Oh, und natuerlich eine Schusswaffe, nicht zu klein und nicht zu gross, so, dass man den Griff als Hammer einsetzen kann.

Man schabt also mit dem hervorragenden Messer mit glatter, superscharfer Schneideflaeche, eine Kerbe in den Pfeilschaft, der vorne aus der Schulter rausschaut. Und zwar ziemlich nah an der Lederweste. Der Pfeilbesitzer trinkt derweil fleissig, gibt klar verstaendliche Anweisungen und singt sein Liedrepertoire. Also ein Lied. Ist die Kerbe drin, versucht man, moeglichst schnell und sauber den hinteren Teil des Pfeils abzuschneiden, auch mit dem Messer. Und schnell, weil man ja noch was zu erledigen hat. Der Pfeilbesitzer ist ja zum Glueck ein harter Mann, der weiss, wie man mit zusammengebissenen Zaehnen singt.

Sind die Holzarbeiten erledigt, darf man kurz ein paar Stresstraenen vergiessen und dann Schiesspulver in die Kerbe 'traeufeln'. Geschickt ist, wenn der am Baum Lehnende Raucher ist, denn dann kann er in der Zwischenzeit ein Streichholz entzuenden. Das benoetigt man naemlich fuer das Schiesspulver in der Kerbe im Pfeilschaft. Aber bevor man das anzuenden kann, empfaengt man nochmal deutliche Anweisungen. Diesmal, dass man das Messer, die Schneide, flach zum Pfeilschaft halten soll. Und der Schusswaffengriff wird zu einer Art Hammer. Nein, beides zusammen wird zu einem Hammer, mit dem man nach Anzuenden des Schiesspulvers den Pfeil durch das Fleisch hindurch auf der Rueckseite des Zaehnezusammenbeissenden hinaustreibt. Gerade, versteht sich, denn wenn man schief trifft oder zu schwach haut, bleibt der Pfeil stecken oder bohrt sich tiefer in den Menschen hinein anstatt aus ihm heraus.

Wenn man als Hauer Glueck hat, wird der Trinkende bewusstlos, denn das erspart einem viel Geschrei. Wenn man Pech hat muss man das eben ertragen. Ist der Pfeil ordnungsgemaess aus der Schulter hinten ausgetreten, legt man irgendeine Pflanzenart (leider habe ich nicht mitbekommen, welche, Clint sprach ein wenig undeutlich, aber es sah aus wie Moos) auf die Loecher, damit diese aufhoeren zu bluten und ausserdem verheilen. Natuerlich entkleidet man den jetzt-Bewusstlosen waehrenddessen nicht, das muss auch durch Lederweste gehen. Anschliessend noch eins von vorhandenen, bereits benutzten Tuechern drumherum gewickelt und man kann in Ruhe warten, bis der Gringo aufwacht.

Einfach, nicht?