02 Februar 2006 - 12:07 -- Oxford

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Die Zauberflöte in Wien

Gestern habe ich also die Zauberflöte in der Wiener Staatsoper gesehen. Ich muss vorweg schicken, dass das meine erste Zauberflöte war. Ich kann also keine Inszenierungen vergleichen. Ich kannte die Zauberflöte natürlich schon. Als Kind hatte ich eine MC davon.

Insgesamt war die Oper recht süß inszeniert. Teilweise sehr kindgerecht, vorallem bei den Kostümen, obwohl es nicht als Kinderoper (die gibt es nämlich noch extra) ausgeschrieben war. Der Papageno wurde von Adrian Eröd sehr humorvoll gegeben, oft mit Wiener Schmäh in den Sprechpassagen. Er erhielt (vermutlich ob der zahlreichen Gags) auch den meisten und lautesten Schlussapplaus. Mir ist aufgefallen, dass die Zauberflöte erstaunlich zahlreiche und lange Sprechpassagen enthält. Manchmal war es mehr Theater, als Oper. Schauspielerisch waren Papageno und Papagena herausragend. Daher blieben Tamino und Pamina in meinen Augen auch relativ blass. Da fehlte irgendwie der Charme oder das Esprit.

Das Bühnenbild bestand aus einem in sich schiefen Quader, mit weißen, karierten Wänden. Eine Ahnung davon kann man vielleicht auf diesem (schlechten) Bild bekommen. Die Wände und Decken waren beweglich und der Hintergrund änderte sich ständig. Die drei Knaben, die Tamino und Papageno auf ihrer Reise im Hintergrund immer begleiten, traten gegen Ende übrigens als kleine Mozarte auf. Ich weiss nicht, ob das eine Anspielung auf das Mozartjahr sein sollte. Ich vermute es aber.

Musikalisch war mir natürlich einiges bekannt. Trotzdem hat es mich die Zauberflöte in dieser Hinsicht irgendwie nicht so sehr beeindruckt, wie beispielsweise Cosi fan tutte einige Wochen zuvor. Ein Höhepunkt war jedoch der berühmte Solopart der Königin der Nacht, der wirklich exzellent vorgetragen wurde. Das war großes Operntennis! Amüsant in diesem Zusammenhang: nach der Oper lief im Foyer ein kleines Mädchen an mir vorbei, dass exakt diesen Part nachsang. Und zwar wirklich erstaunlich gut. Sowohl was das Töne treffen, als auch die Höhe anbelangte. Dies entlockte den meisten Umstehenden ein breites Grinsen.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, insbesondere, weil wir wirklich allerbeste Plätze hatten, die normalerweise weit über 100 Euro kosten würden (Loge, 1. Rang, 1. Reihe).