17 März 2006 - 15:27 -- kpm

, ,

Die Top 5 der Musikvideos

Eine Top 50 aufzustellen überfordert mich, aber zur Top 5 wird es vielleicht reichen. Weder des letzten Jahres noch der Welt und aller Zeiten, sondern aus meiner geliebten Sammlung aus dem Fernsehen aufgenommener Videos, die mein liebster Grund anzugeben ist. Über 250 schon! Und alle so gut.

1. Weezer - Island In The Sun


Das mit den Tieren. Wie schon gesagt: Herzergreifender geht nicht, das schönste Video, das ich kenne, im schönsten Sinne des Wortes. Ein Meisterwerk unter den Meisterwerken von Spike Jonze. Die Weezer-Bandmitglieder, Welpen, Kätzchen, Löwen, Bären und ein Affe beim Spielen, Umarmen und Drachen steigen lassen in der Sonne und im puren Glück.

2. Die Goldenen Zitronen - Menschen haben keine Ahnung


Das irrste Video. Im Hintergrund grotesk verkleidete Menschen bei grotesken kleinkünstlerischen Tätigkeiten auf einer Wiese, im Vordergrund singt ein bizarrer Typ mit bizarrem Nasenpflaster und bizarren Kopfhörern und bizarrer Militäruniform in die Kamera, alles durchzogen von merkwürdigen Bildstörungen und verstörendem Hintergrundgemurmel und -gefiepe. Und noch DAZU ein Lied von den Goldenen Zitronen ("Hier geht es nicht um einen Einzelfall, alle sind betroffen, Problem, Problem. Könntet ihr jetzt endlich mal das Maul halten, ohne mich zu störn, zerstörn, zerstörn..."), das schon wieder aufhört, wenn man meint, es ginge gerade los.
...und im Ernst, mir ist EBEN ERST gerade beim erneuten Anschauen, um das hier zu posten, aufgefallen, dass der bizarre Typ zu allem Überfluss Jochen Distelmeyer ist, der Sänger von Blumfeld. Das ist wohl das irrste, was ich heute festgestellt hab. Mann! Wahrscheinlich nicht so nachvollziehbar, aber extrem irre.

3. Yeah Yeah Yeahs - Maps


Eine weinende, singende, wie immer absolut umwerfende Karen O. mit ihrer Band vor einem sehr kleinen, auf Stühlen sitzenden Publikum und ein umwerfendes Lied. Eine ganz neue Dimension von intensiv-unter-die-Haut-gehen.

4. Muse - Muscle Museum


Auch hier weinende Menschen. Zunächst aber ein typischer, friedlicher amerikanischer Vorort mit diversen Menschen, die ihr Auto putzen, Essen zubereiten, im Swimming Pool liegen und so weiter und im Verlauf des Videos alle anfangen, sich vor Weinen zu schütteln. Ich hätte jetzt geschätzt, das es so fünf oder sechs Leute sind, die man immer wieder sieht, aber es sind fast 20, und dazwischen ist sogar noch Zeit, den Muse-Jungs beim Spielen ihrer Instrumente und Wasserhähnen beim Laufen zuzuschauen.
Ein ziemlich (von der Idee her) simples, aber enorm effektives Video, finde ich. Dem Frisierten und der Frisörin, dem Gast im Cafe und der Kellnerin, einem kompletten trostlosen Kindergeburtstag inklusive Clown beim Weinen zuzusehen geht sehr nahe und zieht mich so in den Bann, dass ich das Video sehr oft hintereinander ansehen kann, ohne dass es an Faszination verliert. Interessant dabei auch: 1. dass die Schuhe, die der auf der Straße liegende, weinende Skateboarder trägt, auch der junge Sean Penn als Kiffer in der Ur-Teeniekomödie "Ich glaub, ich steh im Wald" trägt und 2. wie besonders man es findet, wenn man etwas ganz Spezielles sieht oder liest, was vermutlich jeder Mensch kennt, worüber man sich aber sehr selten austauscht, z.B.: das Gefühl, beim beim Zähneputzen oder Cornflakesessen zu weinen.

5. The Cure - Close To Me


Die ganze Band in einem Schrank, der eine Klippe runterstürzt. Besser geht's eigentlich fast nicht, außer vielleicht die vier Sachen vorher.