02 Mai 2006 - 22:07 -- Waldelb

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Wünsch dir was!



Manchmal ist es wirklich schwer zu sagen, was mit dieser Welt los ist.

Wahrscheinlich hat jeder, der sich die Zeit nimmt diese Wort hier zu lesen, ein vergleichsweise gutes Leben. Es wird kaum jemand darunter sein, der so frustriert ist, dass es zu seinen Hobbys gehört Abends durch die Straßen zu ziehen und dem Vandalismus zu frönen. Aber vielleicht fragte sich auch schon mehr als einer von euch, was Jugendliche dazu treibt Blumenkästen zu zertreten, öffentliche Bänke und Tische umzuschmeißen und das kaputt zu machen, woran sich andere erfreuen. Sie gehen in eine Kneipe, haben einen netten Abend mit Freunden und zum Abschied wird randaliert und das an einem ganz normalen Freitag.
Wenn man Nachts durch solche Aktionen vor seinem Fenster geweckt wird, fragt man es sich auf jeden Fall. Und wenn man dann kopfschüttelnd zu keiner Antwort kommt, ist es ernüchternd wie hilflos man doch manchen Entwicklungen gegenüber steht.

Für mich ist Gewalt etwas absolut verabscheuungswürdiges. In jedem kochen mal die Emotionen über und auch Aggressionen sind im gesunden Maße vertretbar. Was ich aber nicht verstehe ist, wie manche Menschen Gewalt als Hobby haben können. Gestern habe ich über polnische Hooligans gelesen. "A second hooligan who carried a knife with a 5in blade and a rubber hosepipe filled with sand warned: “Tell the English fans we are coming to Germany to hunt them down.“"
Wie kann ein Mensch nur so was sagen? "It is what I live for, I just want to fight the Wisla fans. To say I hate them is not enough.”
Ich weiß nicht ob es nur mir so gut, aber es macht mir Angst. Zu wissen, dass Menschen deren Ziel es ist andere zu verletzen, in meine unmittelbare Nähe kommen wenn ich da bin um Spaß zu haben, verunsichert.

Aber eigentlich sind diese Nachrichten doch nur ein lokaler Ausschnitt von dem, was man überall sehen kann. Menschen hassen Menschen. Niemand weiß, wozu all diese Aggressionen führen, die sich über die Welt ausbreiten. Im nahen Osten werden Personen getötet, weil sie aus dem Westen kommen, weil sie einer anderen Religion nachgehen, als die Menschen dort. Frank Gardner hat das in seinem Bericht The day I was shot dargelegt. "I had spent four years studying Islam for my degree, learning Arabic, reading and translating the Koran and other Islamic texts. I had lived happily among Arab families, fasted with Bedu tribespeople in Jordan, taught English to the impoverished family of an Egyptian taxi driver in a verminous Cairo slum.
For the past few years I had tried hard to explain the complexities of the Middle East and the thinking behind the Al-Qaeda phenomenon to western and international audiences. And this was my reward? A bunch of bullets in the guts from men who had convinced themselves they were killing in the cause of Islam. It just did not seem right. "
Frank Gardner beschreibt diese eine Gefühl, das er hatte, nachdem er von Terroristen niedergeschossen wurde. Ich fühle es, wenn ich über die allgemeine Situation nachdenke: "That is one of the things I remember most: the terrible feeling of loneliness, the sense that I was completely on my own, that I could not rely on anyone to help me. I was obviously an object of interest: there was plenty of discussion and pointing at the empty cartridge cases that lay all around me."
Jeder sieht und beobachtet diese Entwicklungen, doch wer kann sie wirklich aufhalten? Kann man überhaupt verhindern, dass auf beiden Seiten der Hass und das Unverständnis wächst oder muss man nur hilflos daneben stehen und hoffen, dass man selbst nicht betroffen ist? Ist die Welt überhaupt noch sicher zum Leben?

Oft habe ich das Gefühl, dass überall die Augen fest verschlossen sind. Eine Person wird hier in Potsdam auf einer belebten Straße fast umgebracht und niemand kann etwas gegen diese durchgeknallten Menschen unternehmen.
Auf N24 lief gestern eine Reportage über die Neo-Nazi-Szene in Russland, wo im letzten Jahr mehrere Morde mit eindeutig rassistischem Hintergrund geschehen sind. Doch weder die Polizei, noch die Regierung erkennt dies als ein Problem an. Es wird einfach tot geschwiegen. Überall Gewalt. Man muss sich nur einmal die Startseite von spiegel.de ansehen: "Rechtsextreme Gewalt", "Massaker in Kaschmir", "Anschläge in Dahab" und "Jugendkriminalität: Eskalation der Gewalt".

Es scheinen so viele Konfliktherde zu glühen und überall hört man von Gewalt, Gewalt und Gewalt. Denkt mal darüber nach: Habt ihr Angst betroffen zu sein? Es mag nicht wahrscheinlich sein, aber schlummert nicht irgendwo das Risiko? Wie ich oben schon sagte, sind wahrscheinlich die meisten, die dieses hier lesen relativ sicher in ihrer Umgebung. Aber lauert nicht an allen Ecken doch die Gefahr von Gewalt? Mich macht es wütend mir mein Leben von so etwas einschränken zu lassen. Euch auch? Bekommt ihr dann auch einen Hass auf all das Übel, dass geschieht und eure Hilflosigkeit?

Feuer mit Feuer zu bekämpfen scheint hier jedoch die falsche Methode zu sein. Doch was macht man stattdessen? Sicher ist wünschen nicht alles, aber ich glaube positive Gedanken, wie sie die totem Hosen verbreiten sind immerhin ein Anfang. Mein pessimistisches Denken haben sie zumindest damit vertrieben und wieder Hoffnung aufgebracht:


Es kommt die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft.
Es kommt die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.

Ich glaube, dass die Welt sich noch mal ändern wird
und dann Gut über Böse siegt,
dass irgendjemand uns auf unseren Wegen lenkt
und unser Schicksal in die Hände nimmt.
Ja, ich glaube an die Ewigkeit
und dass jeder jedem mal vergibt.
Alle werden wieder voreinander gleich,
jeder kriegt, was er verdient.

Ich glaube, dass die Welt einmal in Frieden lebt
und es wahre Freundschaft gibt.
Und der Planet der Liebe wird die Erde sein
und die Sonne wird sich um uns drehn.

Das wird die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft.
Das wird die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.

Es wird einmal zu schön,
um wahr zu sein,
habt ein letztes Mal Vertraun.
Das Hier und Heute ist dann längst vorbei,
wie ein böser alter Traum.
Es wird ein großer Sieg für die Gerechtigkeit,
für Anstand und Moral.
Es wird die Wiederauferstehung vom heiligen Geist
und die vom Weihnachtsmann.

Es kommt die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft.
Es kommt die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.

Wünsch DIR was...
Komm und wünsch DIR was.

Die Toten Hosen - Wünsch dir was