11 Juni 2006 - 00:43 -- Lothiriel

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Rock am Ring 2006 - Teil 1

Ich habe leider nur grottige Handyfotos machen können, betrachtet sie einfach als Kunst, die Projektionen von Anton Corbijn bei Depeche Mode waren auch so pixelig.

7.30Uhr: Der Wecker rappelt. Viel zu früh, verdammt, aber ich wollte ja morgens schon zum Ring fahren.

kurz nach 8Uhr: Okay, okay, ich stehe ja auf. Heißt zwar nicht, daß ich großartig etwas anderes mache als Kakao trinken und Zeit im Netz totschlage... äh... nachgucke, ob es Änderungen im Spielplan gibt, aber immerhin: Ich habe dabei schon die Augen offen.

9Uhr: Ich erfinde den Schichtlook neu: enges T-Shirt, enger Rollkragenpullover, normales T-Shirt, Pullover, dünne Jacke (+Regen-/ Windjacke im Rucksack. Außerdem beschließe ich, daß gutes Wetter wird, ich den Glühwein daheim lasse und stattdessen Sonnencreme einpacke.

10Uhr: Jaaaa, ich fahre endlich los.

11Uhr: Bin am Ring. Musste an der Nordschleife parken, mitten in der grünen Hölle, was mal wirklich sehr weit außerhalb ist. Desweiteren war ich unterwegs beim Bäcker, habe das Shuttlesystem am Ring kapiert (die fahren erst ab 12Uhr, aber ich kann mit der Security bis zum Haupteingang fahren) und meine Schwester und die restlichen Chaoten gefunden. Die wissen noch nicht, ob sie mich hassen oder lieben sollen, meine gute Laune ist wohl nicht so kopfschmerzkompatibel und die haben wohl bei Metallica ein bißchen zu viel abgerockt (Metallica im Innenfeld, muss ein Anfall von Wahnsinn gewesen sein...), aber da ich frischen Kaffeemaschinenkaffee und Croissants mitbringe, beschließen sie, daß sie meine Laune doch noch aushalten können.

ca. 12.30Uhr: Die anderen bauen ab, ich bummle über's noch relativ leere Festivalgelände.

gegen 14Uhr: Die Splittergruppe 1 (dazu gehöre ich) trifft sich an der Center Stage, Splittergruppe 2 ist memmig, schläft noch eine Runde im Auto und begibt sich dann zur Alternastage. Wir sollen sie an diesem Tag nicht wiedersehen, an der Center Stage wird es im Laufe des Tages so voll, daß keine Chance mehr besteht, daß die es jemals nach vorne schaffen und uns finden können.

14Uhr: Kill The Young
Ich kenne diese Band nicht, sie klingen britisch, sie rocken, sie sehen sogar aus wie Rocker, immerhin tragen sie noch die traditionelle Lederjacke, es ist zur Einstimmung ganz nett, auch wenn wir lieber sitzen als stehen. Man muss sich ja schonen für das, was noch kommt, und so lehnen wir uns lieber mit dem Rücken an den Wellenbrecher und harren der Dinge, die da kommen sollen.

Stimmung:


relaxt

14.50Uhr: She Wants Revenge
Die kenne ich auch nicht. Die Instrumentalfraktion der Band ist gut, der Sänger... naja, er trifft die Töne und klingt nicht wirklich schlecht, aber er hat null Charisma, was nicht gut ist, wenn man einen auf cool machen möchte: Sonnenbrille, dunkles Jacket, dunkle Nadelstreifenweste, helles Hemd und Low Cut Jeans sind die falsche Kombination, wenn man zu groß und dünn ist, so daß man in der Mitte 20-30cm des Hemds sieht und abends noch Brian Molko und Dave Gahan auf der Bühne stehen, die den Anzuglook in Perfektion beherrschen. Man kann sich jedenfalls prima unterhalten bei der Band und seine Kräfte noch ein bißchen aufsparen.


15.50Uhr: Kaiser Chiefs


Hilfe, aufstehen, schnell! Sie rocken los, das Innenfeld füllt sich binnen weniger Minuten bis zum letzten Platz. Schon wieder Weste, Hemd, Jeans, diesmal ist die Weste aber lang genug, außerdem ein toller Mantel, den ich haben möchte. *neid*
Ich muss ein bißchen grinsen, den Mut, das lila Festivalbändchen für die Künstler auch noch mit einem pinken Armband und einer Kravatte in Neonorange zu kombinieren haben nur Briten.
Bei „I predict a riot“ tobt die Menge an diesem Tag zum ersten mal richtig, außerdem testen sie neue Lieder, die gut ankommen, haben überhaupt eine gute Laune, die ansteckt. Sie rocken einfach!

17.00Uhr: Sportfreunde Stiller

eins und zwei und drei und vierundfünzig…


Hm. Eindeutig keine Nadelstreifen, was an diesem Tag sehr ungewöhnlich ist. Auch sie haben gute Laune und verbreiten Partystimmung, die Sonne beginnt langsam wirklich zu brennen und ich friere endlich nicht mehr. Es fliegen Fußbälle und Strandutensilien durch die Menge, fast könnte man glauben, daß tatsächlich Sommer ist, und so kurz vor der Fußball-WM sind die Sportfreunde natürlich ein Kracher, ihr aktuelles Lied wird zum Ohrwurm des Tages von sehr vielen Menschen.
Fast hätten sie ihren Sänger eingebüßt, als der den Bassisten ärgern wollte und mal ausprobiert hat, wie das denn so klingt, wenn 70.000 Leute den Namen „Rüdiger“ brüllen. Ergebnis: Besser wird der Name dadurch auch nicht.
Und dann haben sie den Lacher des Tages geliefert: Ein Fußball flog auf die Bühne und sie wollten ihn zurückkicken. Die Bühne ist wirklich riesig, die Sportis haben wenig Krempel auf der Bühne, da war viel Platz, wirklich VIEL Platz, vorne stand nur ein einziger Mikroständer, also eine ganz dünne Stahlstange. Aber die schießen sie ab bei der Aktion! Und sowas von den Sportfreunden... *fg* Es war ihnen völlig zu Recht sehr peinlich.