04 August 2006 - 21:44 -- Triskel

, ,

Irish-Folk, Punk-Anleihen und Slam-Poetry – Flogging Molly

Am Freitag noch in Japan, am Dienstag schon in Saarbrücken:

Flogging Molly

…und ich war auch da und es war ein unglaubliches tolles Konzert!

Flogging Molly sind aus Kalifornien und ihre Musik ist eine gelungene Mischung aus Irish Folk, Punk, Rock und ein klitzekleinesbißchen Ska. Laut.de beschreibt das ganze etwas poetischer: Ihre Musik ist nicht unbedingt das Originellste unter der Sonne, aber der Mix aus Irish-Folk, Punk-Anleihen und Slam-Poetry hat seinen sehr sympathisch und kraftvollen Reiz abseits von Birkenstock-Sandalen und exquisiten Schafswoll-Pullovern. Einmal kurz auf die Snare gedroschen, und der Polka-Zug geht ab. Und Live geht der Zug noch mal ein Stück besser ab. Es war einfach fantastisch.



Auf dem (wieder eher künstlerisch als informativ ausgefallenen) Foto kann man leider nicht so gut erkennen, wer denn da nun auf der Bühne steht…nunja. Wie sehen bzw sollten sehen von links nach rechts: einen verückten, während des Konzerts ausgeflippt dopsenden Bassisten namens Nathen Maxwell, den grandios akkordeonspielenden Matt Hensley, einen weißen Fleck, der eigentlich Schlagzeuger ist und auf den Namen George Schwindt hört, die fantastische Bridget Regan mit ihrer Geige/Fiddle (manchmal spielt sie auch Flöte), den Mandoline spielenden halb-Mexikaner-und-halb-Ire Bob Schmidt (dem Namen nach müssen da auch irgendwelche Deutschen im Spiel gewesen sein. *vermut*), den grandiosen Frontman Dave King und den Gitarristen Dennis Casey. [/langer Satz] Der Frontman ist übrigens der einzige wirkliche waschechte Ire der Band. Diese irische Untermacht vermutet man nicht ansatzweise, wenn man die Musik das hört. Überhaupt stellt sich wahrscheinlich jeder beim ersten Hören eine feiernde, tanzende, singende und vor allem trinkende irische Horde vor.


Das Konzert gestern fand vor überraschend viel Publikum statt, ich war sehr verwundert, dass die Halle fast voll war. Schätzungsweise waren ca. 1000 feiernde Menschen vor Ort. So viele Menschen hab ich dort noch nie auf einem Haufen gesehen:



Es ist schwierig ein Konzert angemessen mit Worten wiederzugeben. Ich habe zwar ein bißchen gefilmt, aber irgendwie bekommt man keinen richtigen Eindruck vom Konzert. Das Bild ist zu dunkel (man sieht die tobende, tanzende, pogende, hopsende, klatschende, crowdsurfende Menge gar nicht smilie ) und der Ton ist…nunja…wie der Ton bei solchen Aufnahmen eben ist: mies. Wer es trotzdem sehen will.

Voilà.

Die Stimmung war jedenfalls Klasse und das Publikum ebenso grandios wie die Band. Man konnte gar nicht anders, als sich zur Musik zu bewegen oder mit der Menge zu hüpfen. Das Konzert dauerte leider nur etwa 1 3/4 Stunde…weil die Halle von Wohnhäusern umgeben ist und die Anwohnern vor Jahren mal eingeklagt haben, dass Konzerte nur bis 23 Uhr dauern dürfen. Hmpf. Vielleicht hätte man sich die Vorband sparen (Punk-Rock von den Broilers…die hatten wie Flogging Molly auch ein Meeedchen dabei) und statt dessen länger spielen sollen? Allerdings fürchte ich, dass sowohl Publikum als auch Band ein sehr viel längeres Konzert nicht durchgestanden hätten. Zum einen haben sich beide ziemlich verausgabt und zum anderen waren widerlich heiß. Selbst, wenn man ruhig rumstand schwitzte man fröhlich vor sich hin. Wobei es einige weibliche Mitmenschen mal wieder schafften nicht zu schwitzen. Wie machen die das eigentlich immer? Das ist mir schon öfter aufgefallen, dass es besonders unter den gestylten Meeeedchen einige gibt, die scheinbar nicht schwitzen…wahrscheinlich damit das Make-Up nicht zerfließt oder weil Schwitzen unweiblich ist oder so. Wo war ich? Achja es war heiß, (fast) alle schwitzen und einige männliche Mitmenschen hatten dann natürlich die grandiose Idee den Oberkörper von Kleidung zu befreien…ich finde das wäääääääääh. Die Personen, deren schweißgebadete Körper ich im Nahkampf berühren will, lassen sich an genau einem Finger abzählen. Die schweißnasse Haut aller anderen will ich nicht berühren....wääääääh. Naja, da kommt man bei solchen Veranstaltungen wohl leider nicht drumherum. *Seufz*

Es war trotzdem sehr sehr seeeeeehr toll und ich will sofort wieder hin!

Und ich weiß jetzt, dass Akkordeon, Mandoline und Geige coole Instrumente sind. smilie