01 September 2006 - 00:02 -- Athene

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Volver – 7 von 10 verscharrten Ehemännern

Eine Freundin von mir hat immer wieder Zugang zu kostenlosen Kinokarten (die sollte ich mir erhalten! smilie) aber rein aus Gewissensgründen kauf ich dann immer vielzuviel Essen und Trinken im Kino, zumindest, wenn es ein ganz kleines Kino ist. Ich mein, die ham doch nix! *ömmel*



Wie dem auch sei, dies hat mir meinen letzten Kinofilm verschafft, Volver. Absoluter Frauenfilm! Nicht im Sinne von Liebe, Schmalz und halbnackten Piraten, nein, ein Frauenfilm in dem Sinne, als das Männer wirklich nur am Rande vorkommen.

Kommen wir kurz auf die Handlung zu sprechen:

Wir haben die Hauptperson (Penélope Cruz, ich vergaß ihren Filmnamen, also nenne ich sie jetzt einfach immer bei immer richtigen), eine Frau irgendwo in den Mittdreißigern, die eines Tages, als sie von der Arbeit nach hause kommt, ihren Ehemann erstochen in der Küche vorfindet. Täter ist die 14-jährige Tochter, die in Panik zugestochen hat, als ihr Vater sich an ihr vergreifen wollte.
Nun gut, die Leiche muss weg, irgendwie, mit allen Mitteln. Leichenentsorgungsmaßnahmen können bekanntermaßen in Filmen zu allerlei Alberein führen, hier bleibt es größtenteils glücklicherweise in recht realistischem Rahmen. So eine Leiche ist nunmal schwer und Penélope Cruz wahrlich nicht Miss Universum, aber zum Glück gibt es ja noch die nette Prostituierte von nebenan.
Ihre Schwester hat mittlerweile ganz andere Probleme, die vor vier Jahren verstorbene Mutter liegt plözlich quicklebendig in ihrem Kofferraum und beschließt sich bei ihr einzunisten.
All das ist Grundlage für die Entwicklung der Hauptperson, die nun endlich Gelegenheit hat sich neu zu verwirklichen, einfach mal ein Restaurant zu eröffnen und den Zwist mit ihrer Mutter zu klären.

Insgesamt ein sehr schöner Film, aber was mich wirklich ein klein wenig gestört hat, war dann doch, wie einfach das Problem mit dem Ehemann beseitigt wurde. Er ist weggezogen, hat eine neue Freundin. Aha, jeder glaubt das, kein Mensch sucht nach Paco, scheinbar hatte er weder Freunde, noch musste er bei irgendwelchen Behörden antanzen. Ne, tut mir leid, so einfach beseitigt man seinen Gatten dann doch nicht.

Was nicht wirklich störend, aber doch recht ungewohnt war, war der Einsatz der Männer lediglich als Mittel zum Zweck. 3 männliche Wesen haben mehr als nur eine Statistenrolle: Paco, der klassische Mittdreißiger, hängt abends mit unzähligen Dosen Bier vorm Fernsehr, guckt Fußball und ist frischgebackener Arbeitsloser. Und der Tochter stiert er ganz ungeniert in den Schritt. Insgesamt vielleicht etwas viel Klischee. Der Restaurantbesitzer, hat nur einen Kurzauftritt, in dem er ihr den Restaurantschlüssel zur Aufsicht übergibt. Er war natürlich schon immer in sie verliebt und vergibt ihr somit, als sie einfach sein Restaurant übernimmt und alle Kaufinteressenten abwimmelt. Der junge Bursche vom Filmteam, darf sie zur Öffnung des Restaurants für seine Filmcrew bewegen und sie ein wenig anhimmeln. Klar, frisch verwitwet, da tut so etwas natürlich gut!

Was mir noch aufgefallen ist, es gibt eine Szene, in der die Kamera sie beim Geschirr abwaschen filmt, allerdings macht das Waschbecken nur die Hälfte des Bildschirms aus. Die Kamera ruht eine ganze Weile ganz unschuldig über ihrem durchaus beachtlichen Ausschnitt, der immerhin die Hälfte des Bildschirms ausmacht. Und trotzdem wirkt das ganze nicht aufdringlich, eigentlich wartet man darauf, dass der Kameramann plötzlich hineinruft: "Huch....mei...wo film ich denn da hin?" War ganz interessant die Szene smilie

Der Film bekommt von noch 7 von 10 verscharrten Ehemännern, denn abgesehen von den angesprochenen Punkten ist es wirklich ein sehr sympathischer und bisweilen auch lustiger Film.