17 November 2006 - 00:01 -- Oxford

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Nazis in der DDR

Szenenfoto aus



Heiko und Tommy leben Ende der 80er in Ostberlin. Beide können mit der DDR nichts anfangen, aber während der eher schüchterne Heiko sich arrangiert, leistet sich Tommy Aktionen wie die Verbrennung einer DDR-Fahne. Dabei wird er geschnappt, während Heiko entkommen kann. Als Tommy aus dem Knast kommt, hat er sich zu einem gefühlskalten, randalierenden Nazi entwickelt, der nur noch raus will. Er überredet bzw. zwingt Heiko, mit ihm zusammen zu fliehen, doch sie werden an der Grenze gefasst und landen im Knast.

Hier beginnt der Film erst richtig. Der Horror des Gefängnisalltags wird schonungslos dargelegt. Heiko zerbricht langsam an den Drangsalierungen seiner Mithäftlinge. Als Hagen, der einzige Häftling, der ihm wohlgesonnen scheint, ihn unter der Dusche zusammenschlägt und vergewaltigt, ist Heiko innerlich tot. Er bringt seinen Zellengenossen um, der ihn tagein tagaus im Knast unterdrückt hat, während Tommy weiterhin bei seinen Nazifreunden rumhängt. Heiko kommt in Einzelhaft, die ihn völlig zerstört. Tommy verkauft sein Wissen über die Nazis im Knast an die Stasi und kann Heiko so vor dem Wahnnsinn der Einzelhaft retten. Tommy gelingt daraufhin ein Fluchtversuch aus dem Knast in den Westen, während Heiko sich den Nazis im Knast zuwendet...

Sehr bedrückend, nach einer wahren Begebenheit. Leider wird die Hauptrolle Heikos nicht sehr überzeugend gespielt. Gerade die späteren Jahre nach der Wende, in der Heiko Anführer einer Skinhead-Bande geworden ist, wirken schauspielerisch nicht sehr authentisch. Tommy hingegen wird grandios dargestellt!!

Der Film zeigt sowohl den Horror der DDR-Herrschaft, als auch den Gefängnisalltag und das Leben mit den Skinheads, und das erschreckend real und schonungslos. Während man zu Beginn des Films die Rolle des Tommy verabscheut und sich mit Heiko identifiziert, dreht sich diese Wahrnehmung während des Films um 180 Grad. Man erwischt sich immer wieder, wie man verschiedenen Opfern ihr Leid gönnt, weil sie sich vorher wie die übelsten Schweine aufgeführt haben. Zum Beispiel Hagen, der, nachdem er Heiko vergewaltigt hat, von Tommy und seinen Nazifreunden brutal zusammengeschlagen wird. Oder der Knastbruder, den Heiko umbringt... der hat es verdient, keine Frage. Aber kurze Zeit später schämt man sich wieder, weil man einsehen muss, dass alle Beteiligten komplette Arschlöcher sind. Es gibt kein "gut" in diesem Film...

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7 von 10 Skinheads

Könnte Zuschauern gefallen, die auch American History X mochten. Führer Ex ist allerdings noch eine Nummer härter, finde ich.