21 November 2006 - 01:27 -- Oxford

Demographische Krise: Children of Men

Die Zukunft. Die Welt versinkt im Chaos. Nur Großbritannien schafft es, sich mit Nazi-Methoden einigermaßen über Wasser zu halten. Minderheiten, Einwanderer und Arme werden kategorisch deportiert und ausgeschlossen. Die Grenzen sind absolut dicht. Militär und Polizei prägen das Straßenbild Londons. In den Wäldern hausen Vogelfreie und Illegale. Die Regierung ruft überall dazu auf, jene Illegale zu denunzieren. Im TV wird für Selbstmordtabletten geworben.

Clive Owen und Julianne Moore


Clive Owen und Julianne Moore plaudern über das Ende der Welt


Doch das eigentliche Problem der Menschheit besteht nicht im Chaos oder dem Terrorismus, sondern in ihrer Unfruchtbarkeit. Es gibt keine Kinder mehr. Und das schon seit Jahren. Der jüngste Mensch der Erde ist 18 Jahre alt (und weltberühmt). Der Film beginnt mit seinem Tod.

Einer Gruppe von Widerständlern gegen das britische Regime (angeführt von Julian [Julianne Moore]) hat jedoch ein schwangeres Mädchen (Claire-Hope Ashitey) ausfindig machen können und versucht, es unentdeckt außer Landes zu bringen, in eine Art Paradies, einer Gruppe die sich Human Project nennt, von der aber keiner so recht weiss, ob es sie wirklich gibt. Julian bittet Theo (Clive Owen - sehr überzeugend), ihren Exmann, um Hilfe bei dieser nahezu aussichtslosen Mission. Doch schnell findet dieser heraus, dass die "Terroristen" nicht das Wohl des Mädchen im Sinne haben und so flieht er mit dem Mädchen und kann niemandem mehr trauen.

Die Atmosphäre des Films ist höchst bedrückend und erinnert teilweise an 28 Days Later, Krieg der Welten und Private James Ryan. Der Zuschauer wird atemlos zurückgelassen, besonders in der zweiten Hälfte des Films. Der Schrecken und die Brutalität eines totalitär regierenden Regimes und die Unmenschlichkeit seiner Vollstrecker, wie Gegner, wird schonungslos in grausamen Bildern aufgezeigt. Eine unmenschliche und unbarmherzige Welt, in der es nur wenige Ausnahmen zu geben scheint.

Als das Grauen und die Gewalt seinen Höhepunkt finden, findet auch der Film seinen Höhepunkt! Der Säugling (inzwischen geboren) bringt mit seinem Geschrei alle Kämpfenden zum staunenden Innehalten... ein cineastisch absolut grandiose Szene!! Sie dauert nur wenige Minuten... danach setzt sich der Krieg und die Gewalt fort.

In einer Zeitung las ich, dass es sich um eine obskure Form der Weihnachtsgeschichte handeln solle. Allein wäre ich darauf wohl nicht gekommen, aber wenn man drüber nachdenkt, macht es durchaus Sinn.

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8 von 10 zerfetzten Leibern