16 März 2007 - 23:06 -- PsychoDad

300 kleine Spartanerlein

Bild aus dem Film 300



480 v.Chr. Culture Clash an den Thermopylen. 200.000 Perser wollen in die EU. Ihnen stellt sich der Europameister entgegen. Mit 300 Hopliten scheint Leonidas, der König der Spartaner, einen aussichtslosen Kampf zu führen.

300 ist der Film, den Manowar immer machen wollten. Der Film, den Leni Riefenstahl hätte machen können, wenn sie männlich und homosexuell gewesen wäre. Soll heißen, die Darstellung ist alles nur nicht spartanisch. Alles ist stilisiert und übertrieben und fern jedes Realismus.

Ansonsten war ich für 300 wohl schon zu verspoilert. Der Film bildet Frame für Frame und Zeile für Zeile das Comicbuch ab und alle Szenen werden auch im Trailer schon angeschnitten. Der überzeugende Trailer ist wahrscheinlich auch das ganze Geheimnis des Kinoerfolgs.

Eine der minimalen Änderungen zur graphischen Vorlage ist der Ausbau der Rolle der Leonidas-Gattin. Dadurch sind tatsächlich ein paar unglaublich langweilige und nebensächliche Szenen entstanden und die Vertiefung der Beziehung des königlichen Paares kratzt an der lässigen Distanziertheit, die im Comicbuch fast schon ironisch überspitzt den lakonischen Way-of-Life charakterisiert. Dieser wird noch durch ein paar weitere Änderungen für das Kinopublikum relativiert. Die Film-Spartaner sind Hopliten mit Herz und es kommt auch noch amerikanischer Freiheitskampf-Kitsch hinzu. Naja.

Insgesamt trotzdem ein sehenswerter Augenöffner.

Note: 210/300 Spartaner
USA, 2006, 117 min., Schlachtenepos