08 Januar 2008 - 23:44 -- Akt
Verbotene Stadt, China
Die verbotene Stadt
Hatte ich schon länger vor, Euch Lieben was über mein Highlight des letzten Jahres zu erzählen: die Verbotene Stadt.
Als Kind ein Mysterium für mich, verbotene Stadt, wo gibt´s denn sowas. Sehr dubios. Ein paar Jahre weiter interessierte ich mich nicht mehr grossartig dafür, bis mein Bruder dann seine heutige Frau kennenlernte und mir die chinesische Kultur nahebrachte. Das die Chinesen wahre Wunderwerke architektonischer Art vollbrachten wusste och schon länger, die einzigartige Wirkung und Schönheit blieb mir aber bis zu meinem Besuch dort ungreifbar. Man sieht die typischen Bilder von Mauer und Tian'anmen und denkt sich: schöön und so aussergewöhnlich. Nun, das denke ich immernoch, aber es hat sich noch was anderes eingestellt: Magie. Grenzenloses Staunen. Noch nie stand ich wortwörtlich mit offenem Mund da, bis ich dann also davor stand, mittendrin stand, besser gesagt.
Die Anlage wurde erst nach dem Ende der Kaiserzeit (1910 oder 11) 1924 für die Bevölkerung geöffnet. Muss ein Wahnsinnserlebnis gewesen sein damals. Etwa 700 000 m² gross, ein Grossteil davon Freiflächen, bebaut mit über 800 Gebäuden und 9.999 1/2 Räumen (zu den Bedeutungen etc komme ich später), umgeben von einer eindrucksvollen Mauer, die damals die paranoide Angst der Kaiser vor Entführungen und Anschlägen besänftigen sollte.
Die Stadt wurde auf der Nord-Süd-Achse angelegt, eine Ausrichtung, die höchste Harmonie ausdrückt. Man muss durch fünf Tore gehen um zur Haupthalle mit dem Drachenthron zu gelangen. Leider war die Halle verhangen (Restauration) und wir konnten sie nicht in voller Pracht sehen.
Das Eingangstor ist das wohl bekannteste und dort stand seinerzeit der Kaiser um in sein Reich zu blicken und zum Volk zu sprechen. Unser aller Freund Mao, Mister Egozentrik, liess sein Mausoleum direkt in Blickrichtung auf dem Tian'anmen bauen, damit nie wieder ein Chinese vom Tor aus ins Reich blicken könne ohne an ihm vorbei zu gucken. Stilvoll.
Da die ganze Stadt sehr symmetrisch angeordnet ist, kann man sich wunderbar zurecht finden ohne sich zu verlaufen, was allerdings auch nicht fatal wäre, da es dort nur so vor Menschen wimmelt. Hauptsächlich Bauern aus den Provinzen oder aber Grossstadtmiezen die auf ihren Highheels unterwegs sind.
Die Raumanzahl von 9.999 1/2 ist gewollt und bezieht sich auf den Glauben, das nur im Himmel ein Palast mit einer Raumzahl von 10000 stehen dürfe. Neben den Toren und dem Kaiserpalast findet man Unmengen von kleineren Anlagen die für die Wächter und Konkurbinen gedacht waren, heute befinden sich Museen aller Art darin (Schmuck, Malereien, Kunstsammlung...). Gut, der ein oder andere Souvenirshop darf auch nicht fehlen.
Am beeindruckensten ist der Sinn fürs Detail, es wurden keine Kosten und Mühen gescheut um die Pracht der Kaiserzeit in der Architektur auszudrücken...und das obwohl es kein Volk gab das es zu beeindrucken galt. Man hat sich selbst beweihräuchert und das zu Recht.
Nur ein Beispiel eines kleineren Gebäudes. Die Farbenpracht erklärt sich durch die Restaurationsarbeiten die im Moment voll im Gange sind, die noch zu restaurierenden Gebäude strahlen nur geringfügig matter. Ich freue mich schon darauf wieder hinzufahren, nach Olympia und die Verbotene Stadt komplett in neuer Pracht zu sehen.
Die damalige Baukunst benötigte keinerlei Nägel, in der gesamten Anlage wurde nicht einer verbaut. Schon ziemlich cool, finde ich.
Ein weiteres markantes Merkmal sind die Löwen die jedes Tor bewachen, der Löwe ist seit jeher ein wichtiges Symbol der kaiserlichen Authorität und Macht
Hatte ich schon länger vor, Euch Lieben was über mein Highlight des letzten Jahres zu erzählen: die Verbotene Stadt.
Als Kind ein Mysterium für mich, verbotene Stadt, wo gibt´s denn sowas. Sehr dubios. Ein paar Jahre weiter interessierte ich mich nicht mehr grossartig dafür, bis mein Bruder dann seine heutige Frau kennenlernte und mir die chinesische Kultur nahebrachte. Das die Chinesen wahre Wunderwerke architektonischer Art vollbrachten wusste och schon länger, die einzigartige Wirkung und Schönheit blieb mir aber bis zu meinem Besuch dort ungreifbar. Man sieht die typischen Bilder von Mauer und Tian'anmen und denkt sich: schöön und so aussergewöhnlich. Nun, das denke ich immernoch, aber es hat sich noch was anderes eingestellt: Magie. Grenzenloses Staunen. Noch nie stand ich wortwörtlich mit offenem Mund da, bis ich dann also davor stand, mittendrin stand, besser gesagt.
Die Anlage wurde erst nach dem Ende der Kaiserzeit (1910 oder 11) 1924 für die Bevölkerung geöffnet. Muss ein Wahnsinnserlebnis gewesen sein damals. Etwa 700 000 m² gross, ein Grossteil davon Freiflächen, bebaut mit über 800 Gebäuden und 9.999 1/2 Räumen (zu den Bedeutungen etc komme ich später), umgeben von einer eindrucksvollen Mauer, die damals die paranoide Angst der Kaiser vor Entführungen und Anschlägen besänftigen sollte.
Die Stadt wurde auf der Nord-Süd-Achse angelegt, eine Ausrichtung, die höchste Harmonie ausdrückt. Man muss durch fünf Tore gehen um zur Haupthalle mit dem Drachenthron zu gelangen. Leider war die Halle verhangen (Restauration) und wir konnten sie nicht in voller Pracht sehen.
Das Eingangstor ist das wohl bekannteste und dort stand seinerzeit der Kaiser um in sein Reich zu blicken und zum Volk zu sprechen. Unser aller Freund Mao, Mister Egozentrik, liess sein Mausoleum direkt in Blickrichtung auf dem Tian'anmen bauen, damit nie wieder ein Chinese vom Tor aus ins Reich blicken könne ohne an ihm vorbei zu gucken. Stilvoll.
Da die ganze Stadt sehr symmetrisch angeordnet ist, kann man sich wunderbar zurecht finden ohne sich zu verlaufen, was allerdings auch nicht fatal wäre, da es dort nur so vor Menschen wimmelt. Hauptsächlich Bauern aus den Provinzen oder aber Grossstadtmiezen die auf ihren Highheels unterwegs sind.
Die Raumanzahl von 9.999 1/2 ist gewollt und bezieht sich auf den Glauben, das nur im Himmel ein Palast mit einer Raumzahl von 10000 stehen dürfe. Neben den Toren und dem Kaiserpalast findet man Unmengen von kleineren Anlagen die für die Wächter und Konkurbinen gedacht waren, heute befinden sich Museen aller Art darin (Schmuck, Malereien, Kunstsammlung...). Gut, der ein oder andere Souvenirshop darf auch nicht fehlen.
Am beeindruckensten ist der Sinn fürs Detail, es wurden keine Kosten und Mühen gescheut um die Pracht der Kaiserzeit in der Architektur auszudrücken...und das obwohl es kein Volk gab das es zu beeindrucken galt. Man hat sich selbst beweihräuchert und das zu Recht.
Der männliche Löwe wahrt den Weltenkreis, die Erde unter seinen Pranken schützend, die Löwin spielt mit ihrem Jungen (auch wenn´s mehr wie diese Eisbärenmutter anmutet, die ihr Kind zu Tode tüddelt), Nachwuchs ist ja auch ein hohes Gut der chinesischen Kultur.
Etwas befremdlich und aus-den Träumen-reissend war dann allerdings der Starbuck´s mitten in der Stadt. Gut, wir haben uns was gekauft, es war anstrengend und staubig...mea culpa.
Hier sieht man noch unrestaurierte Elemente, immernoch ziemlich fesch finde ich.
Leider habe ich nicht alle Bilder hier auf diesem PC, die besten fehlen quasi. So die Aufnahmen von mir neben einem der irrwitzigen "Feuerlöscher", der Halle der höchsten Harmonie und der Blick über den Tian'anmen. Ich denke aber das man anhand meiner wenigen Bilder doch enien kleinen Eindruck gewinnen kann, auch wenn es immernoch schwerfällt das erlebte nun genau in Worten auszudrücken.
Es ist ein Klischeesatz aber ich verbrate ihn: Man muss dagewesen sein. So.