31 August 2006 - 16:10 -- Ramujan

Die kleine Seifenblase


Huhu! Hallo, da hinten! Hier schwebt die Musik. Ich interferiere. Ach, wir kennen uns noch gar nicht? Um mich vorzustellen: Bin Seifenblase. Wurde in einem Ring geboren, oder besser: Aus einem Ring gepustet. Hallo! Gestatten, angenehm. Auch ich habe die Ehre.

Und nun schwebe ich hier zusammen mit meinen Brüdern - oder mit meinen Schwestern, so genau lässt sich das nicht sagen; ein Drittel Luft, ein Drittel Seifenwasser, ein Drittel Mundgeruch. Vielleicht sollte ich erwähnen, teils der Information wegen, teils aufgrund der Freude, die angeben bereitet, dass ich aus einem dünnen, bipolaren Wasserfilm bestehe; innen und außen klammern sich Seifenmoleküle an der Membran, zur Kugel gekrümmt: hydrophiles Carboxylat, hydrophober Alkylrest. O, wir singen Lieder der Vergänglichkeit.

Woher ich das weiß? Dumme Frage, ich kann schließlich auch sprechen. (weiterlesen)

19 August 2006 - 01:17 -- Waldelb

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Tag des offenen Ateliers

Meistens betrachtet man Bilder im Museum, als Kunstdrucke oder in schlechter Qualität auf dem PC, und denkt sich „Oh, das ist aber schön“, „Wie hübsch das gemalt ist“ oder auch mal „Ey, das sieht ja total cool aus“. Aber eher selten habe ich es erlebt, ein gegenständliches oder abstraktes Gemälde zu betrachten und daraus zu einer Welt von eigenen Gedanken inspiriert zu werden.

Vor kurzem bin ich bei einem „Tag des offenen Ateliers“ über die Werke von Artur Ziaja gestolpert und habe genau das erfahren.

Die meisten seiner Bilder sind mir allein durch die starken und ausdrucksvollen Farben, in denen sie gehalten sind, aufgefallen. Bei genauer Betrachtung habe ich allerdings festgestellt, dass es die Stofflichkeit ist, die er zu erzeugen weiß, die mich so beeindruckt.

Rotgrün

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17 August 2006 - 15:46 -- Wetterhexe

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Theater ist was Schönes: "The Comedy of Errors"

Theater ist was Schönes. Kino auch. Nicht vergleichbar. Vor allem nicht, wenn es um Shakespeare geht. Im Globe. Dort, wo das Publikum, wenn es mutig und lustig ist, auch schon mal reinrufen kann.


So geschehen am Dienstag, als wir "The Comedy of Errors" sahen. Antipholus of Syracuse fragt seinen Sklaven Dromio nach der körperlichen Beschaffenheit der Gattin des Dromio of Ephesus. (ich sollte hier erwähnen, dass es eine wirklich aberwitzige Zwillingsverwechslungskomödie ist - zwei Dromios, zwei Antipholusse)
*Fadensuch*

Die Szene spielte sich wie folgt ab: (weiterlesen)

15 August 2006 - 20:21 -- Nichtraucher

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Der Kurzporno am Morgen: Die 120 Tage von Behlendorf

"What the fock...?"


Als Mel Gibson aus seinem traumlosen Alkoholikerschlaf erwacht, dröhnt ihm der Schädel, seine Zunge klebt wie angebacken an seinem Gaumen und seine Eingeweide rumoren, aber das kennt er ja bereits, das ist nichts Neues. Neu ist, dass er sich fühlt, als hätte er einen Bullen gevögelt, sein bestes Stück glüht, seine Testikel fühlen sich an wie Wassermelonen und alle Knochen ächzen. Er will sich aufrichten, wird aber von stramm geknoteten Stricken an seinen geschundenen Handgelenken zurückgehalten. Mühsam und mit verschwommenem Blick schaut der kräftig gebaute Australier um sich. Ja, er scheint tatsächlich an das massive Gebälk am Kopf des Bettes gefesselt zu sein, mit ausgestreckten Armen, geradezu gekreuzigt, sein Öberkörper ist zudem von blutigen Striemen gezeichnet. (weiterlesen)

12 August 2006 - 21:27 -- Nichtraucher

Keine Lieder über Liebe

"Keine Lieder über Liebe" in der Nichtraucher-Wahrnehmung

Ein größtenteils improvisiertes Autorenfilmchen über eine Dreiecksbeziehung, Heike Makatsch hat was mit dem Bruder ihres Freundes, aber was? Nicht sehr originell und die Machart mit der erzwungenen Authentizität (Film im Film ect.) wirkte auch recht verkopft, und ich werde mit Norddeutschen eh nicht so warm, dieses ganze Hamburger-Schule-Zeugs, naja smilie

Ist trotzdem ein guter Film, ich war am Ende wirklich berührt. (weiterlesen)

06 August 2006 - 18:28 -- Oxford

Schiffsmeldungen

…mit Kevin Spacey, Julienne Moore, Judi Dench

Der schüchterne, ambitionslose Quoyle (K. Spacey) kehrt mit seiner Tante und seiner Tochter in ein kleines Dorf nach Neufundland zurück, der Gegend aus der die Quoyles ursprünglich stammen. Vom Vater unterdrückt, von seiner inzwischen gestorbenen Frau sechs Jahre nach Strich und Faden ausgenutzt, findet Quolye in diesem Örtchen langsam sein Selbstwertgefühl wieder. Er beginnt als Reporter bei der lokalen Zeitung, wo er für Autounfällle und die Schiffsmeldungen zuständig ist. Der Film wird zu einer Reise in Quoyles Vergangenheit und zu seinen Wurzeln. Er lernt, sich seinen Ängsten zu stellen und findet am Ende sein Glück.

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Was so langweilig klingt, ist in Wirklichkeit ein grandioser Film über die Psyche und das einfache Leben in der Provinz. (weiterlesen)

05 August 2006 - 00:01 -- Nichtraucher

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Julie Delpy – Julie Delpy


Das Dessou..Debütalbum der französischen Schauspielerin mit der Affinität zu amerikanischen Filmen. Entsprechend sind auch fast alle Songs auf englisch, hat den Vorteil, dass man sie versteht, den Nachteil, dass ihr Französisch einfach wunderschön ist, während sie mit Akzent immer etwas klingt wie Nico. Auch weil sie nicht so richtig geschult ist im Gesang, man merkt ihre Grenzen, sie ist eben kein Profi im Musikgewerbe, hat ja schließlich einen anderen Job. Dennoch, das ist sicher nicht das typische "Ich kann auch singen"-Album eines Leinwandstars, man merkt, Chansons sind ihr Steckenpferd, und wenn sie wirklich alle selber geschrieben hat, Hut ab. (weiterlesen)

04 August 2006 - 21:44 -- Triskel

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Irish-Folk, Punk-Anleihen und Slam-Poetry – Flogging Molly

Am Freitag noch in Japan, am Dienstag schon in Saarbrücken:

Flogging Molly

…und ich war auch da und es war ein unglaubliches tolles Konzert!

Flogging Molly sind aus Kalifornien und ihre Musik ist eine gelungene Mischung aus Irish Folk, Punk, Rock und ein klitzekleinesbißchen Ska. Laut.de beschreibt das ganze etwas poetischer: Ihre Musik ist nicht unbedingt das Originellste unter der Sonne, aber der Mix aus Irish-Folk, Punk-Anleihen und Slam-Poetry hat seinen sehr sympathisch und kraftvollen Reiz abseits von Birkenstock-Sandalen und exquisiten Schafswoll-Pullovern. Einmal kurz auf die Snare gedroschen, und der Polka-Zug geht ab. Und Live geht der Zug noch mal ein Stück besser ab. Es war einfach fantastisch.

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