12 Oktober 2008 - 02:01 -- Craggan
Album, Musik, Berlin
Peter Fox – Stadtaffen

(Meine erste und für absehbare Zeit voraussichtlich auch einzige Plattenrezension (das ist so aufwändig und zeitraubend ) – aber für diesen Meilenstein der neuen deutschen Musik muss ich einfach mal zur Feder greifen)
Was kann man von den Sängern noch aktiver, erfolgreicher Bands erwarten, die ein Soloalbum veröffentlichen? Normalerweise nicht allzuviel, was Beispiele wie Mick Jagger ja eindrucksvoll belegen. Alter Wein in löchrigen Schläuchen. Nichts neues, nichts innovatives. Auch von Boundzound, dem Soloalbum eines anderen Seeed-Mitstreiters war ich maßlos enttäuscht.
Womit wir schon beim Thema wären: Peter Fox ist Frontman von Seeed, dem elfköpfigen Berliner Dancehall-Kollektiv, das vor allem durch intelligenten Reggae und bestechende Live-Auftritte zu Recht Kultstatus erlangt hat. Die Erwartungshaltung ging also in Richtung Reggae-Dancehall.
Nun macht Herr Fox also eine Saatpause und veröffentlichte vor ca. 2-3 Wochen sein lange angekündigtes Solowerk Stadtaffe.
Der erste Höreindruck war durchwachsen, weil vollkommen unerwartet. Der Sound sprengt jede Erwartungshaltung, weil er so neu und ungewöhnlich ist, dass man die CD erst 3-4 mal gehört haben muss, um richtig in diese neue Erlebniswelt einzutauchen. Spontan fallen mir dazu das dritte Soloalbum von Peter Gabriel (Games without Frontiers, Biko) und vor allem – und den Vergleich werde ich noch öfter bemühen, weil er sich aufdrängt - „Construction Time Again“, das beste und herausragende Album von Depeche Mode ein. Auch diese Alben waren klangtechnische Meilensteine ihrer Zeit.


