31 Dezember 2008 - 00:00 -- Craggan

Neujahrsvorsatz

Ich hab mir noch NIE zu Neujjahr vorgenommen abzunehmen


Mal angenommen, Du hättest Dir vorgenommen, abzunehmen, wäre ich von Dir aber nicht weniger eingenommen! Dessen unbenommen sind hier fast schon alle Plätzchen umgekommen, denn Freunde sind vorbeigekommen und haben welche mitgenommen. Ich habe ihnen zwar einige wieder weggenommen - aber da ich auch beschlossen habe, mir vorzunehmen, abzunehmen, dachte ich, es sei eine schlechte Idee, sie ihnen alle wegzunehmen.

29 Dezember 2008 - 00:00 -- Fabian

Sandro Botticelli (1445-1510)

Boticelli


Selbstbildnis des Künstlers



Wie widerlegt man am Geschicktesten ein über einen Künstler herrschendes Klischee? Indem man dieses Klischee Punkt für Punkt seziert, diskutiert und widerlegt? Oder doch, indem man es in seiner Besprechung konsequent ignoriert und mit einer solchen Selbstverständlichkeit nur von den weniger bekannten, meist aber höher anzurechnenden Seiten seines Schaffens spricht, dass der Leser sich schämt, diesen Künstler so falsch beurteilt und seine ernsthaftesten Arbeiten unter der Last des Vorurteils gar nicht zur Kenntnis genommen zu haben?

Ich neige zur zweiten Methode, aber Botticelli macht es einem hier wahrlich nicht leicht, so meterdick liegt er begraben unter dem Klischeebild des feinen Venusmalers, millionenfach reproduziert auf Kaffetassen, Postern, Mauspads und Parfümflaschen. Es ist also unvermeidlich, einige Worte zum Klischee-Botticelli zu verlieren. (weiterlesen)

27 Dezember 2008 - 13:06 -- Lothiriel

A Midsummer Night's Dream

The Royal Shakespeare Company // Stratford-Upon-Avon

Szenenfoto



Eine schwarze, hochglänzende Bühne. Sechs raumhohe Drehspiegel als Hintergrund. Eine glutrote Abendsonne. Auf der Bühne treffen zwei Kämpfer in stilisierten, griechischen Rüstungen - schwarz und hochglänzend wie der Bühnenboden - aufeinander.

So beginnt Shakespeares Sommernachtstraum in Stratford. Die beiden Kämpfer stellen sich als Theseus, Herzog von Athen, und seine Verlobte, Hippolyta, Königin der Amazonen, heraus. Die beiden fechten einen Trainingskampf aus, bei dem sie sich nichts schenken, als Egeus die Bühne betritt. Egeus hat seine Tochter Hermia, deren Liebhaber Lysander und Verehrer Demetrius im Schlepptau. Demetrius hat bereits bei Egeus um Hermias Hand angehalten und Egeus sähe ihn lieber als Schwiegersohn als Lysander, den er für einen Taugenichts hält. Hermia sieht das natürlich anders und verweigert ihr Einverständnis zur Hochzeit mit Demetrius, weshalb sie von ihrem Vater vor den Herzog gezerrt wird. Egeus beruft sich auf ein altes Gesetz, wonach seine Tochter ihm zu gehorchen hat oder in den Tod gehen muss. Theseus jedoch gewährt ihr eine andere Wahl, nämlich lebenslang keusch zu bleiben und im Tempel der Diana zu dienen. Ich persönlich hätte in dieser Inszenierung gerne etwas mehr Text für Hippolyta gehabt, so wütend, wie die auf ihren zukünftigen Gemahl nach dieser Entscheidung war, wäre das bestimmt eine erheiternde Szene geworden. Naja, wir müssen uns mit Hermia und Lysander begnügen, die ihre Flucht aus Athen planen. Leider ist Hermia zwar wunderschön, aber nicht die hellste Leuchte auf diesem Planeten, und so vertraut sie sich ihrer besten Freundin Helena an. Helena ist total verschossen in Demetrius, der aber Hermia liebt, wir erinnern uns. Um Demetrius für sich zu gewinnen, verrät Helena ihm den Fluchtplan. Diese Logik hat sich mir noch nie erschlossen, sie sollte doch froh sein, wenn die andere weg ist, aber nein, die dumme Nuss verrät ihre beste Freundin an ihren eigenen Traummann, damit dieser die Flucht vereiteln kann und danach glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende mit der anderen zusammenleben kann? Hätte sie mal die Klappe gehalten, dann wäre ihre große Rivalin einfach so von der Bildfläche verschwunden und sie hätte am nächsten Morgen "Uuuuuuuups" gesagt und ihren Demetrius über seinen Verlust hinwegtrösten können. (weiterlesen)

25 Dezember 2008 - 12:34 -- einBaum

"Weihnachten im Kreis der Lieben"-Quartett

Hier die Spielkarten:

Die Tranchiergabel

Tranchiergabel



Reichweite: 4
Geschwindigkeit: 4
Handlichkeit: 2 (wegen fettigem Griff)
Schaden: 3
Kollateralschaden: +2 wegen tiefen inneren Verletzungen (Chance 1:6)

Besonderheiten: Keine (weiterlesen)

19 Dezember 2008 - 00:00 -- MetkrugSturmtief

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Warum Kolonialwarenhändler keine Blubberbrause an Bergfeen verkaufen dürfen

In den Bergen
hinter dem See
hinter den Wäldern
rülpst eine Fee.

In den Wäldern
auf einem Baum
frühstückt der König
Rotkehlchenflaum.

Da erreicht ihn
Feenrülpsers Schall,
wirft ihn zu Boden,
hart ist der Fall,


bläut sein Schienbein,
bricht seine Hand
und in den Wipfeln
weht sein Gewand.

In den Bergen
hinter dem See
hinter den Wäldern
lacht eine Fee.



17 Dezember 2008 - 00:00 -- Craggan

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Zu Gast beim "Farin Urlaub Racing Team"

Re!

Was ein geiles Konzert!!!

Leider im Zenith. Das bedeutet, dass man sich maximal 10m von der Bühne entfernt aufhalten darf, damit der Sound gut ist. Das habe ich dann - trotz PK's warnenden Hinweises - auch realisiert.

Ich habe punkt Acht (für Erwin: 20:00 Uhr) die Halle betreten. Im gleichen Augenblick lüftete sich der schwarze Vorhang. Herr Urlaub begann auf die Sekunde genau. Ist ja auch genau mein Jahrgang, der wollte dann auch irgendwann mal fertig werden am Abend.

Das Konzert begann in leichten Blautönen mit einigen Songs von der neuen CD.

Blau

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15 Dezember 2008 - 00:00 -- Guy, Incognito

Das AKW Grundremmigen bei Sonnenuntergang

AKW Grundremmigen - Schön bei Sonneuntergang


Das AKW Gundremmingen im Sonnenuntergang mit ein bisschen Bodennebel.

13 Dezember 2008 - 00:00 -- Nichtraucher

Mal ein paar ungeordnete Gedanke zu Sherlock Holmes

Sherlock Holmes, wie wir ihn kennen


Quatsch mit Soße!!!

Erstmal ist es ganz klar Trivialliteratur, da gibt es kein Vertun, aber im besten Sinne. Aus den immer selben Zutaten werden hochgradig unterhaltsame Geschichten gesponnen, wobei auch der Wortschatz schnell seine Grenzen findet, ein Baukastenprinzip. Was mir als Nichtmuttersprachler ganz recht ist, Doyle ist wirklich erstaunlich leicht zu lesen, besonders wenn man bedenkt, dass er das vor über 100 Jahren geschrieben hat.

Dabei wirkt einiges erstaunlich modern: es gibt Telephone und U-Bahnen, Holmes nimmt Drogen und lebt ein modern anmutendes Junggesellenleben ohne große gesellschaftliche Zwänge. Die wenigen Frauenfiguren sind meist starke, unverheiratete Frauen mit eigenem Einkommen, für die es kein Problem ist, mit zwei Junggesellen bei Nacht und Nebel durch London zu fahren u.ä. Religion spielt keine Rolle, oder wenn sie doch mal auftaucht, dann nur als verachtenswerter Aberglauben, der dem Fortschritt der Menschheit im Weg steht, Wissenschaft und Ratio werden hingegen in höchsten Ehren gehalten.

Anderes liest sich befremdlich und zeigt die Entstehungszeit: Polizisten lassen sich im Dienst ohne zu zögern zu Wein und Whisky einladen, Holmes konsumiert Kokain, Morphium und Opium, das legal erhältlich ist, die bettelnden Straßenkinder Londons werden nicht als soziales Problem wahrgenommen sondern als romantisches Lokalkolorit, sind sie doch Holmes treue Helferlein, die "Baker Street Irregulars". Ein Ureinwohner der Andamanen wird als scheußliches, tierartiges und hässliches Wesen beschrieben, überhaupt dienen fremde Länder und Kulturen allein als exotische Staffage, die ein angenehmes Gruseln ermöglicht. Kultiviertes Leben ist natürlich allein in England möglich. (weiterlesen)

11 Dezember 2008 - 00:00 -- Thanil

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Die Geschichte des Kongo

Da vor kurzem wieder der Bürgerkrieg im Kongo aufflammte, habe ich mich mal schlau gemacht und ein paar Puzzleteile zusammengesetzt.

Derzeit macht ein kongolesischer Kriegsherr namens "Nkunda" Schlagzeilen, weil er im Osten der Demokratischen Republik Kongo Städte und Territorium erobert und der kongolesischen Regierung unter Laurent Kabila das Leben schwer macht. Hunderttausende von Menschen sind geflohen und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon möchte tausende zusätzliche Blauhelme in die Region entsenden, die bereits seit vielen Jahren von der UNO-Mission MONUC überwacht und "befriedet" wird.

Hä? Raff ich nicht. Was geht da ab??

Teil 1: Die Geschichte des Kongo-Gebiets bis zur Errichtung der Mobutu-Diktatur

Um die Kongo-Konflikte zu verstehen, muss man weit, weit in die Vergangenheit blicken. Die Region beiderseits des Kongoflusses war die letzte afrikanische Region, die von europäischen Entdeckern betreten und danach kolonisiert wurde. (weiterlesen)

09 Dezember 2008 - 00:00 -- Craggan

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PETER FOX, Muffathalle 6.12.2008

Nun war er also endlich live da! Mr. Fox mit seinen Stadtaffen in Berlin.

Einlass 18:30, Beginn 20:00. Wir waren 20:00 da. Die Vorgruppe (über die wir hier gnädig den Mantel des Schweigens decken), 3 Berliner Jungs mit trendigen 90er Jahre Eminem-Kapuzenjacken – 2 am Mikrofon, einer am Turntable – mit viel Yo Yo Yo und so, begann um 21:00. Einzig berichtenswert zu denen war ein Mörderbass, der einem den gesamten Körper in Schwingung versetzt hat.

Überhaupt sollte sich – das nehme ich hier einmal vorweg – der Sound als einer der besten Live-Sounds entpuppen, denen meine verwöhnten Ohren je gehört haben. Hut ab, die Tonmeister waren echte Künstler! Absolut transparent, laut, trotzdem nicht schmerzhaft und die Bässe, die BÄSSE! Wow!

Dann um 21:45 begann endlich PF. Im Hintergrund ein bedrohlich dreinschauender Gorilla

Bild 1

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07 Dezember 2008 - 15:07 -- Alex

Vollmondnacht im Oktober. Das Moseltal bei Dieblich.

Nachtaufnahme


Nachtaufnahme: Belichtungszeit 32 sec; f 4,6; ISO 640

(Die orangen Strahlen, die man hinter dem linksseitigen Hang sieht, stammen von Natriumdampflampen, die sehr gelblich getöntes Licht geben. Die weißlich-grünlichen Straßenbeleuchtungen im Talgrund sind Quecksilberdampflampen.)

Hinweis: Eine größere Version des Bildes findet sich unter dem angegebenen Archivlink.