22 September 2009 - 18:21 -- Ramujan

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Wickie und die starken Männer

Jetzt wischen wir mal diesen ganzen Quatsch wie Inglorious Basterds, District 9 und Michael Jackson beiseite und wenden uns echten Männerfilmen zu.

Hey, hey Wicki



Das Leben ist hart und rau zur Wikingerzeit, das Wetter der Vor-Klimawandelepoche, Entbehrung und das Diktat archaischer Sitten formen die Menschen. Die Frauen sind so unfruchtbar wie das karge Land, das sich jedem Versuch der landwirtschaftlichen Kultivierung entzieht. Der Überlebenswille zwingt die Männer zur Barbarei, in wackligen Booten rudern sie von Raubzug zu Raubzug; es gilt das Recht des Stärkeren, das Darwinsche Gesetz, auch wenn für das Wissen, wer Darwin war, der Bildungsstandard kaum ausreicht.

Am härtesten und am rausten ist das Leben -- natürlich! -- für die empfindsamsten und unschuldigsten der Wikingergeschöpfe: für die Kinder. Holt Wotan sie nicht während der ersten fünf Lebensjahre zu sich in die Krabbelstube von Walhalla, überlässt man sie den Gepflogenheiten der Natur, in der Hoffnung, das Spiel mit Wölfen und anderen Wikingerkindern möge ihnen Willen und Stärke eintreiben. Einer dieser Kinder ist Wickie (man beachte den mit Absicht allgemein gehaltenen Namen -- eine Allegorie auf das Wikingerkind an sich).

Und hier bezieht der Film Stellung, positioniert Intelligenz ganz klar über Kraft, die Wachheit des Geistes über den Kult des Körpers, Aufklärung über die Unvernunft des Kultischen. (weiterlesen)

11 September 2009 - 20:31 -- Morgi

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Budapest

Nach meiner Solidaritätsteilnahme an der Budapest Gay Pride Parade bin ich noch einige Tage in der Stadt geblieben, vor wenigen Stunden bin ich wieder in Wien angekommen, und hier gibt es gleich einige frische Eindrücke von Demo und Stadt:

Den Ablauf der Pride habe ich als fast uneingeschränkt positiv empfunden, von irgendwelchen Krawallen oder Gewalttätigkeiten am Rande habe ich nichts mitbekommen, und die Stimmung innerhalb der Parade war sowieso durchweg freundlich und gelöst. Auch die Teilnehmerzahl ist mir nicht so gering vorgekommen, wie es in manchen Berichten heißt - 500 Teilnehmer scheinen mir stark untertrieben, alleine die kleine Wiener Gruppe umfasste ja gut 100 Leute. 1000 dürften es mE insgesamt mindestens gewesen sein. Trotzdem muss ich eine kleine Einschränkung meines guten Eindrucks vornehmen, der allerdings nicht die Organisation der Pride insgesamt, aber der Wiener Delegation betrifft: Bei der Ankunft in Budapest mussten wir ein ganzes Stück vor dem eigentlichen Beginn der Demo aussteigen und waren dabei mit einer ziemlich gefährlich aussehenden Gruppe Nazis der Ungarischen Garde konfrontiert, ohne irgendwelchen nennenswerten Polizeischutz in der Nähe zu haben. Noch dazu sind wir erst einmal in die falsche Straße eingebogen und eine Weile ungeschützt unter den Blicken der Nazi-Aktivisten in die falsche Richtung gegangen - eine Situation, die übel hätten ausgehen können und in der ich mich sehr unwohl gefühlt habe. (weiterlesen)