Übersicht für: 'berlin'

03 October 2009 - 15:34 -- Quar

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Wie sich 20 Jahre Einheit anfühlt

Am 3.Oktober und am 9. November werde ich irgendwie immer ziemlich rührselig. Dabei war ich noch nicht mal im Grundschulalter, als die Mauer fiel. Und doch: sobald sich die Menschen von 89 sich im Fernsehen in den Armen liegen, kullern bei mir die Tränchen.

Meine Eltern wurden beide in der DDR geboren, flüchten war für sie nie eine Option. Die gesamte Verwandtschaft wohnte in der DDR, in der BRD kannte man niemanden und auf Germanisten hatte man "drüben" gerade so gewartet. Das lag natürlich auch daran, dass unsere Familie ein relativ angepasstes Leben führte. Bis auf meinen Großvater, der regelmäßig erst fünf vor 18 Uhr im Wahllokal auftauchte, um die auf 100% Wahlbeteiligung getrimmten Wahlhelfer zum Wahnsinn zu treiben, gab es bei uns keine öffentliche Stellungnahme gegen diesen Staat.
Natürlich gab es genug Schikanen. Handwerker mit eigenem Haus und Laden gehörten ja quasi schon zu Bourgeoisie, da muss man schon dreimal überlegen, ob wirklich alle Kinder zum Studium zugelassen werden müssen. Bei meinem Onkel konnten die oberen Sesselfurzer noch überredet werden. Meine Tante ist heute sehr glücklich in ihrem Handwerksberuf, aber ich glaube, eigentlich, hätte sie schon sehr gerne studiert.
Woran sich meine Familie auch immer sehr ungern erinnert, ist die militaristische Ausrichtung dieses Staates. Meine Mutter musste ins paramilitärische Ausbildungslager. Sie erzählt ungefähr genau so viel davon wie mein Vater, der sich sein Studium durch drei Jahre NVA erkaufen musste.

In vielerlei Hinsicht geht es uns gold im Vergleich zu vor 20 Jahren. Natürlich gab es mehrere Enttäuschungen nach der Wiedervereinigung. Mein Großvater war (weiterlesen)

09 April 2009 - 14:57 -- einBaum

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17 Hippies: el dorado


Die 17 Hippies (eigentlich sind es nur 13) habe ich vor kurzem zufällig über eine Radiosendung entdeckt. Dabei haben sie schon so viel gemacht, in Berlin scheinen sie unumgänglich zu sein, wieso hab ich diebisher verpasst? Für den Film "Halbe Treppe" haben sie den Soundtrack begesteuert und mitgespielt: Jeden Tag steht ein anderer Musiker an der Currywurstbude, erst ein Dudelsackspieler, dann einer mehr, und am Schluss tutet und trompetet das ganze Orchester wilde Klezmer-Sounds in den tristen, ostdeutschen Frankfurter Himmel.

"El Dorado" ist das bisher rundeste Album der Band, finde ich: (weiterlesen)

12 October 2008 - 02:01 -- Craggan

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Peter Fox – Stadtaffen



(Meine erste und für absehbare Zeit voraussichtlich auch einzige Plattenrezension (das ist so aufwändig und zeitraubend ) – aber für diesen Meilenstein der neuen deutschen Musik muss ich einfach mal zur Feder greifen)

Was kann man von den Sängern noch aktiver, erfolgreicher Bands erwarten, die ein Soloalbum veröffentlichen? Normalerweise nicht allzuviel, was Beispiele wie Mick Jagger ja eindrucksvoll belegen. Alter Wein in löchrigen Schläuchen. Nichts neues, nichts innovatives. Auch von Boundzound, dem Soloalbum eines anderen Seeed-Mitstreiters war ich maßlos enttäuscht.
Womit wir schon beim Thema wären: Peter Fox ist Frontman von Seeed, dem elfköpfigen Berliner Dancehall-Kollektiv, das vor allem durch intelligenten Reggae und bestechende Live-Auftritte zu Recht Kultstatus erlangt hat. Die Erwartungshaltung ging also in Richtung Reggae-Dancehall.

Nun macht Herr Fox also eine Saatpause und veröffentlichte vor ca. 2-3 Wochen sein lange angekündigtes Solowerk Stadtaffe.

Der erste Höreindruck war durchwachsen, weil vollkommen unerwartet. Der Sound sprengt jede Erwartungshaltung, weil er so neu und ungewöhnlich ist, dass man die CD erst 3-4 mal gehört haben muss, um richtig in diese neue Erlebniswelt einzutauchen. Spontan fallen mir dazu das dritte Soloalbum von Peter Gabriel (Games without Frontiers, Biko) und vor allem – und den Vergleich werde ich noch öfter bemühen, weil er sich aufdrängt - „Construction Time Again“, das beste und herausragende Album von Depeche Mode ein. Auch diese Alben waren klangtechnische Meilensteine ihrer Zeit.

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19 August 2006 - 01:17 -- Waldelb

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Tag des offenen Ateliers

Meistens betrachtet man Bilder im Museum, als Kunstdrucke oder in schlechter Qualität auf dem PC, und denkt sich „Oh, das ist aber schön“, „Wie hübsch das gemalt ist“ oder auch mal „Ey, das sieht ja total cool aus“. Aber eher selten habe ich es erlebt, ein gegenständliches oder abstraktes Gemälde zu betrachten und daraus zu einer Welt von eigenen Gedanken inspiriert zu werden.

Vor kurzem bin ich bei einem „Tag des offenen Ateliers“ über die Werke von Artur Ziaja gestolpert und habe genau das erfahren.

Die meisten seiner Bilder sind mir allein durch die starken und ausdrucksvollen Farben, in denen sie gehalten sind, aufgefallen. Bei genauer Betrachtung habe ich allerdings festgestellt, dass es die Stofflichkeit ist, die er zu erzeugen weiß, die mich so beeindruckt.

Rotgrün

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Externe Quellen für 'berlin'

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