Übersicht für: 'herr albers'

29 September 2005 - 10:09 -- Ramujan

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Herr Albers im Büro

„Die Herr Düsseldorfer Zahnstocher- und Zahnstocherzubehörproduktions-GmbH ist stolz, Ihnen das neueste Mitglied unserer Zahnstocherzubehörproduktpalette präsentieren zu können: Der Zahnstocherigel kann problemlos bis zu sechsundneunzig Zahnstocher (zwölf Reihen zu je acht Zahnstochern) aufnehmen, wobei die Zahnstocher einzeln hinzugefügt werden können, als auch einzeln entnehmbar sind. Wir bieten den Zahnstocherigel in vier geschmackvollen Farben an (schwarz, weiß, rot, grün) – Sie haben die Qual der Wahl. Der Zahnstocherigel passt in jedes Badezimmer und in jede Küche. Stellen Sie noch heute Ihren Zahnstocherigel neben den Zahnputzbecher oder den Elektroherd. Beeindrucken Sie Ihre Freunde mit einem Zahnstocherigel auf dem Nachtschränkchen. Bitte beachten Sie, dass wir nur für Zahnstocher der Herr Düsseldorfer Zahnstocher- und Zahnstocherzubehörproduktions-GmbH hundertprozentige Kompatibilität zum Zahnstocherigel garantieren können.“


„Das ist ein ausgezeichneter Text zu einem ausgezeichneten Produkt“, sagte Herr Düsseldorfer und legte Herrn Albers eine Hand auf die Schulter. „Sie können sehr zufrieden mit sich sein.“

Herr Albers legte den Zettel, von dem er vorgelesen hatte, zur Seite und wurde rot im Bemühen, nicht rot zu werden.

„Sie können Ihre Position einnehmen, bitte, bitte, aber nicht doch!“ sagte der Fotograph und Herr Albers stellte sich zwischen den Direktor und den Sohn des Direktors. Herr Düsseldorfer lächelte breit und bereit für die Aufnahme. Herr Düsseldorfer junior lächelte noch breiter und noch bereiter. Herr Albers hielt mit beiden Händen einen mit sechsundneunzig Zahnstochern aufgefüllten Zahnstocherigel auf Brusthöhe.

„Etwas mehr nach rechts bitte, rechts und ja, zusammen, zusammen! – und Sonne, Sonne, so ein Licht! Aber nicht doch.“ Der Fotograph schaute durch den Sucher und überprüfte das Licht, das durch die oberen Fenster ins Foyer fiel. Es schien nicht nur hell, sondern auch in Ordnung zu sein. Dann überprüfte er das Licht, das durch die offen stehende Tür hereinströmte.

„Und Zähne will ich sehen und Zähne und bitte – bitte! Und sagen Sie Iiiiiiiiiiiiiiihhh-gel: Iiiiiiiiiiiiiiihhh-gel … Und herrlich: Herrlich!“

Es blitzte, dann nahm Herr Düsseldorfer den Zahnstocherigel von Herrn Albers entgegen und stellte ihn zurück in die Vitrine. Sie schüttelten sich die Hände. „Großartig, wirklich ganz, ganz, ganz toll, was Sie da erfunden haben.“ Herr Düsseldorfer junior lobte ebenfalls: „Auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche zu dieser ausgezeichneten Idee.“

Es war ein Tag wie jeder sein sollte. Die Kollegen grüßten, als Herr Albers zum Fahrstuhl ging und auf dem Weg nach oben pfiff er eine fröhliche Melodie. Die Hände hinter den Rücken verschränkt und die Augen gen Decke gerichtet, stolzierte er zum Büro. Er hatte sich den Ruhm redlich verdient, ihn mit harter Arbeit erkämpft. Wochenlang hatte er die Dicke von Zahnstochern ausgemessen, Igelfiguren mit Modelliermasse geformt, die Mimik der Tiere verbessert und bis in die Träume hinein über die perfekte Anordnung der Lochmatrix nachgedacht. Er hatte die Igel verschiedenfarbig angemalt und sie immer wieder mit Zahnstochern be- und entstückt; er hatte verschiedene Größen ausprobiert und sie überall im Haus verteilt, um zu sehen, wie handlich sie waren und ob sie mit Tapete, Gardine und Küchengerät harmonierten.

Als er sein Büro betrat, brandete Applaus auf. (weiterlesen)

07 August 2005 - 23:10 -- Arwen-gegen-den-Vulkan

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Markus und Melanie - Reise durch die Raumzeit

Markus stand auf der marmornen Dachterasse eines kleinen turmartigen Baus am Nordhang eines sanft ansteigenden Hügels und schaute hinab auf das Spreetal im Herzen Berlins. Er ließ seinen Blick über die Wiesen schweifen, die steinernen kleinen Lauben und Pavillons, die Rhododendren, die kleinen Villen und Restaurants, und blickte schließlich ostwärts auf die alten großen Museen, die dort seit vielen Jahrhunderten standen. Dann wandte er den Blick in die entgegengesetzte Richtung. Die Sonne stand tief und rot am Westhorizont. Das satte Grün des Rasens und der umgebenden Wälder wurde in rote Glut getaucht. Dies war sein letzter Sonnenuntergang auf dem Planeten Erde. Markus nahm einen Schluck Sake. Er wartete, bis die Sonne vollends untergegangen war, dann verließ er das kleine Gebäude und fuhr zum Raumhafen Zehlendorf, wo bereits alles für seine Abreise vorbereitet war. Verabschiedungen würde es keine mehr geben. Die wenigen Freunde und Bekannten, die noch mit ihm in Kontakt standen, hatten bereits in den letzten Tagen von ihm Abschied genommen. Es war auch nicht wirklich von Bedeutung, sagte sich Markus. Es waren gute und liebe Menschen darunter, aber er hatte sich niemandem wirklich so nahe gefühlt, dass er jetzt noch in der Lage wäre, so etwas wie ein Gefühl des Verlusts zu verspüren. Es gab nur den einen Verlust, der der Grund dafür war, dass er nun auf seine überaus ungewöhnliche Reise gehen würde. Melanie. Drei Jahre waren vergangen, seit er Melanie verloren hatte. (weiterlesen)

30 July 2005 - 17:02 -- Ramujan

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Herr Albers und der Versicherungsvertreter

„Ich bin ein Drache“, sagte der Drache.

„Oha“, sagte Herr Albers, der eigentlich nur nach einem Feuerzeug gesucht hatte.

Der Drache hatte die Farbe einer vier Tage alten Banane, Krallen wie Obsidian, eine unter das linke Vorderbein geklemmte Krücke, die verdächtig nach dem seit Tagen vermissten Rohrreinigungspömpel aussah, und ganz gewiss hatte er nichts im Küchenschrank zu suchen. (weiterlesen)

Externe Quellen für 'herr albers'

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